Weiter zum Inhalt
Oper Graz
STÜCKE
JENUFA

JENUFA

E-Ticket bestellen
Leoš Janáček

Oper in drei Akten
Libretto von Gabriela Preissová

(in tschechischer Sprache – mit deutschen Übertiteln)

Alle Termine, Besetzungen, Tickets

Nächste Vorstellung: 25.04.2014 19:30 bis ca. 22:30


VIDEOS




GALERIEN:


Alles andere als idyllisch ist die dem "mährischen Bauernleben" entnommene Geschichte, die Leoš Janáček in seiner 1904 in Brünn uraufgeführten Oper erzählt: Jenůfa erwartet von ihrem Geliebten Stewa ein Kind und hofft, dass er nicht zum Militär muss, sondern sie heiraten und ihr und dem Kind "ein Leben in Schande" ersparen kann. Doch obwohl Stewa nicht einrücken muss, ist Jenůfas Freude nur kurz. Zwei Menschen stellen sich ihrer Verbindung mit Stewa in den Weg: Der jähzornige Laca ist unglücklich in Jenůfa verliebt und verletzt ihr mit einem Messer das Gesicht. Die Küsterin aber erkennt in Stewa das Ebenbild ihres eigenen trunksüchtigen Ehemanns. Ihre verzweifelten Versuche, die eigene Ehre und das Glück ihrer geliebten Stieftochter zu retten, führen zur Tragödie, aus der Jenůfa und Laca schließlich gereift hervorgehen. Für Peter Konwitschny und seinen Ausstatter Johannes Leiacker liegt die Herausforderung darin, den Blick des Zuschauers nicht mittels eines vermeintlich pittoresken Streifzugs in das mährische Bauernleben zu trüben, sondern vielmehr die in der Partitur komponierten menschlichen Ängste, Sehnsüchte und Leidenschaften nicht nur hörbar, sondern sinnlich erfahrbar und in der theatralischen Umsetzung ablesbar zu machen.
Den Blick ins Zentrum der menschlichen Seele eröffnen Gal James als Jenůfa und Iris Vermillion, die sich für ihr Rollendebut als Küsterin abermals die Grazer Opernbühne ausgesucht hat.

Vor der Premiere
Sonntag, 16. März 2014, 11.00 Uhr, Studiobühne

Premiere
Samstag, 29. März 2014, 19.30 Uhr

Vorstellungen
3.413.4. (15.00 Uhr), 25.4., 7.5., 17.5., 21.5., 4.6., 6.6., 15.6. (15.00 Uhr)
Beginn jeweils 19.30 Uhr, sofern nicht anders angegeben

 


Pressestimmen

"Brillant die Arbeit des neuen Generalmusikdirektors Dirk Kaftan, er sorgt für einen dynamisch perfekt austarierten Klangstrom, in dem man alle Schönheiten der Partitur, das Volksliedhafte und auch die diversen instrumentalen Soli bestens hört. (...) Die Stimme des Abends aber ist zweifellos Iris Vermillion als Küsterin. Sie bringt eben das dunkle Verzweiflungs-Melos zum Glühen, für welches die Musik Janáčeks berühmt geworden ist." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Dorf bleibt diesmal Dorf. Konwitschny, sonst ein Meister im Verfremden, ein geradezu manisch und gern provokant in anderen Welten assoziierender Spieler, trickst bei Jenůfa nicht. (...) Er setzt gemeinsam mit seinem Ausstatter Johannes Leiacker diesmal auf puristische Klarheit. (...) Daher gibt es dörfliche, bigotte Enge und ein präzises Kammerspiel von überraschend solidem, wenn auch sehr genauem und gekonntem Zuschnitt. (...) Konwitschny glaubt an Janáček, so wie der daran glaubte, dass in jeden Menschen doch ein Funke Gottes steckt  und sieht das Drama als Reifungs- und Findungsprozess. Mit großer Zuneigung zeichnet er die Figuren, allen voran die Küsterin, der Iris Vermillion darstellerisch wie sängerisch beachtliches, zwingendes Format verleihen kann. (...) Doch ganz kann Konwitschny es nicht lassen (...): Aus dem Orchestergraben, in dem Dirk Kaftan die Brünner Fassung von 1908 mustergültig einstudiert hat, holt er sich eine Geigerin. Sie umspielt im zweiten Akt mit ihrem Solo die einsame Wöchnerin tröstlich, während die Küsterin das Kind ermordet. Das zeigt auch, wie eminent musikalisch Konwitschny zu inszenieren weiß. Es ist einer von vielen schönen und trotz Zurückhaltung starken Momenten an diesem Abend."
(Die Welt)

"Unendliche Weite statt bäuerliche Enge. In diesem stimmigen Ambiente hat der Regisseur die Protagonisten psychologisch scharf gezeichnet und jeden Einzelnen präzise bis ins kleinste Detail virtuos geführt. Ohne die sonst von ihm gewohnten Verfremdungen und Brüche werden die Geschichte und die Charaktere klar und nachvollziehbar präsentiert: ein packendes psychologisches Kammerspiel. (...) Auch das Finale des zweiten Aktes, wenn [die Küsterin] sich expressiv singend das Kleid von Leib reißt und sich wie zum Sterben hinlegt, während es zu schneien beginnt, blaues Licht die Bühne magisch beleuchtet und das Orchester mit wuchtigen Klängen anfährt, beschert großes Musiktheater. (...) Am Ende gab es uneingeschränkten Jubel für eine stimmige Opernproduktion." (Der Kurier)
 


Kritik

"In perfekter Personenführung und genial-abstrakter Dramaturgie entstand – ja erblühte ein ganz großes, berührendes Bild, wenn nämlich die Sologeige als eine leibhaftige Violinistin auf der Bühne erscheint und ihr Spiel zu einem verinnerlichten Dialog mit der betenden Jenůfa verschmilzt. Da kommt so etwas wie Schönheit ins Spiel, auch Respekt und Geschmack, hier springt jäh ein Fenster in die Ewigkeit auf." (Die Presse)

"Die Grazer Oper zeigt Janáčeks Meisterwerk "Jenůfa" in einer spannenden, auf das Wesentliche reduzierten Konwitschny-Inszenierung, die auch musikalisch keine Wünsche offen lässt. (...) Aus [der Handlung] hätte manch ein Komponist einen Opernreißer zusammengeleimt, unter den Fittichen des Genies Leos Janáček wurde daraus Welttheater. Ein Spiel um Schuld und Sühne, um Verzweiflung und Vergeben, um falsche Moral und gesellschaftlichen Zwang. Genau das alles verdeutlicht die Grazer Produktion präzise. Auch weil die Handlung ohne Sentimentalität, aber mit Prägnanz erzählt ist. (...) Vor allem in den Akten zwei und drei führt die Reduktion zum Opernthriller, der im wahrlich katastrophal verlaufenden Hochzeitstag kulminiert. Dirk Kaftan am Pult der sensibel musizierenden Grazer Philharmoniker meidet sowohl den groben Holzschnitt als auch die koloristische Süßlichkeit, bei ihm gibt es kein falsches Schwelgen. (...) Die harmonische Fremdartigkeit des verklärenden Finales, in dem Jenůfa und Laca doch zusammenfinden, überdeckt er nicht mit hemmungslosem Jubel. Die Zweifel am utopischen Ende bleiben im Raum stehen. Was wäre das alles ohne großartige Sänger: Iris Vermillion gibt die Küsterin eine dramatische Intensität, der man sich nicht entziehen kann – auch weil Vermillion nicht veristisch übertreibt, sondern ihre Charakterisierungskunst auf musikalischen Mitteln basiert. Gal James ist eine ideale, weil jugendlich-frisch klingende, nicht naive aber herzensgute Jenůfa, während Ales Briscein den Laca mit leidensvoller Kantilene ausstattet." (Kronenzeitung)

"Von Peter Konwitschny meisterhaft geführt, gelingen dem Chor und dem Ensemble markante Rollenporträts. Gal James bringt mit weichem, innigem aber auch zu leidenschaftlichen Ausbrüchen fähigem Sopran den Schmerz und die Verzweiflung der Titelheldin zum Ausdruck. Iris Vermillion gestaltet ein fesselndes Psychogramm der mit sich und Gott ringenden Kindsmörderin. Sie stellt die Abgründe der Küsterin deutlich aus – und lässt sie doch menschlich erscheinen". (Die Kleine Zeitung)

BESETZUNG:

Musikalische Leitung:  Dirk Kaftan
Inszenierung:  Peter Konwitschny
Ausstattung:  Johannes Leiacker
Licht:  Manfred Voss
Dramaturgie:  Bettina Bartz Bernd Krispin
   
Die alte Buryja:  Dunja Vejzović
Laca Klemen:  Ales Briscein
Stewa Buryja:  Taylan Reinhard
Die Küsterin Buryja:  Iris Vermillion
Jenufa:  Gal James
Altgesell:  David McShane
Dorfrichter:  Konstantin Sfiris
Seine Frau:  Stefanie Hierlmeier
Karolka:  Tatjana Miyus
Schäferin:  Fran Lubahn
Barena:  Xiaoyi Xu
Jano:  Nazanin  Ezazi
Tante:  Natalia Radzanowski Hana Batinic
1. Stimme:  Hana Batinic
2. Stimme:  Istvan RACZ István Szecsi
Solovioline:  Yukiko Imazato-Härtl Fuyu Iwaki