JUDAS

Lot Vekemans

Regie Markus Kubesch

In Kooperation mit der Katholischen Kirche Steiermark und der Evangelischen Kirche Steiermark

INHALT

Die Entstehung einer Religion gleicht einer Revolution: eine Massenbewegung, die aus einer konkreten historischen Situation heraus den Zustand der Welt zum Besseren verändern will. Und einer, der wissen muss, wie das alles ganz am Anfang des Christentums war, ist Judas. Die flämische Autorin Lot Vekemans bietet in ihrem Monolog der Ikone des Verrats ein Plenum und macht einen dramaturgisch wichtigen Nebencharakter zum Hauptdarsteller. Fast zwei Jahrtausende nach seiner Tat präsentiert sich Judas als Theaterfigur, lässt uns teilhaben an den Geschehnissen. Der Text ist Augenzeugenbericht, Verteidigungsrede, Image- Kampagne und Eingeständnis von demjenigen, der „schwärzer wurde als schwarz“, weil alle anderen die Schuld am Tod des Messias auf ihn abladen konnten, unter dem Motto: „Ich wasche meine Hände in Unschuld.“ Judas erzählt die Geschichte aus seiner Sicht. Er spricht über seine Wut, seine Enttäuschung und seine Sehnsüchte, ohne die Verantwortung für sein Handeln zu leugnen. Ist es der Versuch eines Schuldbekenntnisses oder eher einer Rechtfertigung? War er ein Werkzeug oder ein Opfer des Schicksals? Was waren die Gründe, die hinter seinem Tun standen? Wie wäre die einfluss- und folgenreichste Geschichte des christlichen Abendlandes weitergegangen, wenn er Jesus nicht verraten hätte? Inzwischen ist das Christentum die größte weltumspannende Religion, 32% der Weltbevölkerung und mehr als 6 Millionen Österreicher*innen sind christlich getauft. Die imposanten Kirchengebäude, die unsere Städte und Gemeinden architektonisch mitprägen, sind sichtbares Zeugnis der wirtschaftlichen Kraft und des Selbstbewusstseins dieser Religion, die in ihrer langen Geschichte auch dunkle Kapitel und psychologische Leerstellen hat, die zum aufgeklärten Christentum gehören. Und so verdankt sich diese Inszenierung auch dem Interesse zahlreicher Kirchenleute an einer ungewöhnlichen Form der Auseinandersetzung: „Judas“ wird ausschließlich in Kirchen gezeigt, die mit ihrer speziellen Aura und Geschichte zu wichtigen Mitspielern in dieser Inszenierung werden.
Ein Vorverkauf findet nicht statt; Eintritt als Kollekte am Veranstaltungsort.

„Judas“ von Lot Vekemans ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.


Im Rahmen des DRAMATIKER|INNENFESTIVALS 2017 zu sehen am 9. Juni um 15.00 Uhr in der Gefängniskapelle Karlau (geschlossene Vorstellung, nur mit Anmeldung) sowie um 19.30 Uhr in der St. Vinzenz-Kirche, Graz

JUDAS
By Lot Vekemans

A dramaturgically significant secondary character from the bible as a protagonist in a monologue: this text is an eye-witness report, defense statement, image campaign and confession by the one who „became blacker than black“, because all others could blame the death of the Messiah on him – following the motto of „I wash my hands of this.“ This performance is only presented in churches and on 9 June will also be part of the Graz „Long Night of Churches“.

Directed by Markus Kubesch Stage and costumes Vibeke Andersen Dramaturgy Elisabeth Geyer Featuring Fredrik Jan Hofmann

Fr, 9 June, 15h, Gefängniskapelle Karlau (closed performance, by registration only) / Fr, 9 June, 19.30h, St. Vinzenz-Kirche, Vinzenzgasse 42, 8020 Graz, Duration approx. 60 minutes, free admission, donations expected


Kath. Pfarre Graz-Dom / Mausoleum – Premiere 27. Jänner 2017, 19.30 Uhr
Evang. Pfarrgemeinde Graz – Heilandskirche – 31. Jänner 2017, 19.30 Uhr
Evang. Pfarrgemeinde Bruck/Mur – 16. Februar 2017, 19.00 Uhr
Kath. Pfarrkirche St. Peter ob Judenburg – 2. März 2017, 19.00 Uhr
Kath. Pfarrkirche Kapfenberg-Schirmitzbühel – 3. März 2017, 19.00 Uhr
Kath. Pfarrkirche Graz – Münzgraben – 4. März 2017, 20.00 Uhr
Kath. Pfarrkirche Heiligenkreuz am Waasen – 8. März 2017, 19.30 Uhr
Kath. Pfarrkirche Graz – Andritz – 11. März 2017, 20.00 Uhr
Kath. Pfarrkirche Graz – Hl. Schutzengel – 13. März 2017, 19.30 Uhr
Kath. Pfarrkirche Graz – Kalvarienberg – 16. März 2017, 20.00 Uhr
Kath. Pfarrkirche Graz – St. Andrä – 17. März 2017, 19.30 Uhr
Kath. Stadtpfarrkirche Fehring – 18. März 2017, 18.00 Uhr
Kath. Graz – Leechkirche – 21. März 2017, 19.30 Uhr
Kath. Pfarrkirche Murau – 27. März 2017, 19.00 Uhr
Evang. Pfarrgemeinde Mürzzuschlag – Heilandskirche – 4. April 2017, 19.00 Uhr
Kath. Benediktinerstift St. Lambrecht – 5. April 2017, 19.30 Uhr
Evang. Pfarrgemeinde Graz – rechtes Murufer Kreuzkirche – 9. April 2017, 9.30 Uhr
Kath. Basilika Graz – Mariatrost – 10. April 2017, 20.00 Uhr
Evang. Pfarrgemeinde A.B. Gaishorn – 11. April 2017, 19.00 Uhr
Evang. Pfarrgemeinde Leoben – 15. April 2017, 19.30 Uhr
Evang. Pfarrgemeinde A.B. Ramsau am Dachstein – 17. April 2017, 19.00 Uhr
Kath. Pfarrkirche Stadl an der Mur – 6. Mai 2017, 19.30 Uhr
Kath. Pfarrkirche St. Lorenzen bei Scheifling – 13. Mai 2017, 20.00 Uhr
Kath. Pfarrkirche St. Vinzenz Graz – 9. Juni 2017, 19.30 Uhr (im Rahmen des 2. Grazer Dramatiker|innenfestivals)

Es reizt Sie, Theater an ungewöhnlichen Orten zu erleben? Dann verpassen Sie nicht „Cyrano de Bergerac“ von Edmond Rostand, das ab Juni auf den Kasematten spielt. Und das zweite Projekt zu „Graz und die Menschenrechte“ von Clemens Bechtel „Sicherheit statt Freiheit?“ entführt wie der erste Teil an ungewöhnliche Theater-Orte in Graz.
Sie finden Soli spannend? „Einfach kompliziert“ von Thomas Bernhard kommt mit Gerhard Balluch ins HAUS DREI.

BESETZUNG

BÜHNE UND KOSTÜME
DRAMATURGIE

TERMINE/TICKETS

Freitag
09
Jun
GASTSPIEL
GEFÄNGNISKAPELLE DER JA GRAZ-KARLAU, HERGOTTWIESGASSE 50, 8020 GRAZ
JUDAS
von Lot Vekemans
Eine mobile Produktion in Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche (Dr. Gertraut Schaller-Pressler) und der Evangelischen Kirche Steiermark (Mag. Helga Rachl)
15:00 bis ca. 16:00 | Gastspiel Schauspielhaus | Geschlossene Vorstellung,
Freitag
09
Jun
GASTSPIEL
KATHOLISCHE PFARRE GRAZ - ST. VINZENZ, VINZENZGASSE 42, 8020 GRAZ
JUDAS
von Lot Vekemans
Eine mobile Produktion in Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche (Dr. Gertraut Schaller-Pressler) und der Evangelischen Kirche Steiermark (Mag. Helga Rachl)
19:30 bis ca. 20:30 | Gastspiel Schauspielhaus | Geschlossene Vorstellung, Eintritt freiwillige Spende (kein Vorverkauf)
Zum letzten Mal in der Spielzeit!

PRESSESTIMMEN

„In ihrem Monolog ‚Judas‘ hat Lot Vekemans die Perspektive jenes Mannes eingenommen, der Jesus verraten hat. Und Fredrik Jan Hofmann verleiht ihm in dieser Schauspielhaus-Produktion im Mausoleum atemberaubende Präsenz.[…] Und Schauspieler Fredrik Jan Hofmann macht diese Figur zu einem Menschen: präsentiert den Zweifler und Verzweifelten, den Ängstlichen und den Wütenden, den Freund, den Verletzten und den Aufbegehrenden. Das alles mit einer Intensität, die einen vom ersten bis zum letzten Moment gefangen nimmt. Dabei wird er von Markus Kubeschs subtiler Regie unterstütz. Hier sitzt jede Geste, jede Bewegung im Raum. Hier stimmt jede Gewichtung. […] Bei der Premiere im Mausoleum gab es Standing Ovations. Berechtigt!“ (Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 29. Jänner 2017)

„Eindringliche ‚Judas‘-Premiere im Mausoleum Graz. […] Markus Kubesch konzentriert sich in seiner Inszenierung für das Grazer Schauspielhaus in sakralen Räumen auf die vielen Grautöne im Text. Durch die Schattierungen von Schuld und Unschuld, Krieg und Frieden, Licht und Schatten stemmt sich Ensemble-Mitglied Fredrik Jan Hofmann bravourös.“ (Julia Schafferhofer, Kleine Zeitung, 29. Jänner 2017)

„Kerzenschein und Schatten: Fredrik Jan Hofmann stemmt den scharfsinnig luziden Monolog von Lot Vekemans ‚Judas‘ in der nüchternen Inszenierung im Grazer Mausoleum beeindruckend perspektivenreich.[…] Ensemble-Mitglied Fredrik Jan Hofmann stemmte den Monolog grandios: Einmal zweifelnd, einmal fragend, dann wieder wütend und im nächsten Moment milde legte er in seinem Spiel Facette für Facette von der spannenden Figur Judas und ihrer wechselvollen Geschichte frei. […] Regisseur Markus Kubesch konzentrierte sich in seiner nüchternen Inszenierung mit einem puristischen offenen Neonröhrenkubus (Vibeke Andersen) auf den scharfsinnig luziden Text, der die Frage nach der Schuld auch ins Publikum wirft, immer wieder, und damit an einen Perspektivenwechsel appelliert. Keine Frage: Der Text entfaltet seine volle Wirkung.“ (Julia Schafferhofer, kleinezeitung.at/Nachtkritik, 27. Jänner 2017)

„Es ist ein aufwühlender Theaterabend bei freiem Eintritt, der ausschließlich in Kirchen gestaltet wird – eine Herausforderung, so Regisseur Markus Kubesch: ‚Der Spielort Kirche ist Segen und Fluch gleichzeitig, denn er ist Gefäß für ein ganz eindeutiges Narrativ.‘“ (Kirsten Hauser, steiermark.orf.at, 27. Jänner 2017)