ROMEO UND JULIA AUF DEM DORFE

Ein Projekt nach der Novelle von Gottfried Keller mit einem BürgerInnenensemble aus Graz und Umgebung

INHALT

Die Schweizer Novelle aus dem Jahre 1856 ist fest im Kanon der deutschsprachigen Literatur verankert. Doch wie aktuell ist diese Erzählung, für deren Titel Gottfried Keller das berühmteste Liebespaar der Geschichte als Paten aufruft?
Als Bauernkinder spielen Vrenchen und Sali unbedarft auf dem brachliegenden Stück Land, das zwischen den Äckern ihrer beiden Väter liegt.
Doch dann entbrennt zwischen den Familien ein heftiger und jahrelanger Streit um eben dieses Fleckchen Erde. Besessen vom Hass auf den anderen, bringen sich die Bauern schließlich selbst um Ansehen und Besitz.
Als alles verloren scheint, begegnen sich Vrenchen und Sali wieder, und aus kindlicher Zuneigung wird Liebe. Doch als Sali Vrenchens Vater mit einem Stein schwer verletzt, scheint das Schicksal der beiden besiegelt.
Ein BürgerInnen-Ensemble prüft diesen Stoff jetzt auf seine Aktualität: „Weg da, Herr Keller, jetzt geht’s dem an den Kragen, der mich ins Unglück gebracht hat!“

Zum Text: Gottfried Kellers Novelle ist die Basis für einen Theatertext, den die Mitspieler von Romeo und Julia auf dem Dorfe innerhalb von drei Monaten erstellt haben. Sie schrieben jeder für sich Szenen, Monologe, Gedichte, Schimpftiraden und vieles mehr. Gemeinsam mit Regisseur Manuel Czerny verdichteten sie dann diese Materialsammlung innerhalb des Probenprozesses zu einem vielschichtigen Dramentext, der die Geschichte von Vrenchen und Sali aus vielen Perspektiven neu beleuchtet.

MEDIEN

SCHAUSPIELHAUS GRAZ: Trailer zu ROMEO UND JULIA AUF DEM DORFE

PRESSESTIMMEN

„Experiment: Den Begriff „Laientheater“ formuliert das Schauspielhaus ab sofort um. […] Um das Schauspielhaus zu öffnen, macht Intendantin Anna Badora dessen Bühne auch für „theaterbegeisterte Laien“ frei. […] Hier tut sich ein veritables Regie-Talent auf, das nach einer Chance auf der großen Bühne ruft. Czerny weiß, was er will und was er kann. […] Gottfried Kellers Text wird im wahrsten Sinne des Wortes „abgeklopft“, u. a. sinnlich mit einem Weizenfeld in Szene gesetzt, aber ständig hinterfragt und erweitert. Vom hoch motivierten Ensemble seien stellvertretend die berührende Edita Skrijelj und das Naturtalent Philippe André Ledun genannt. Fazit: eine gewagte und geglückte Öffnung.“
(Christian Ude, Kleine Zeitung, 20. Oktober 2013)

„Sechs Monate lang probte man, aus subjektiven Zugängen eine verführerisch-verwirrende Erzählung der Keller-Novelle mit vielen Details zu schaffen, die so wunderbar sind, dass sie eigentlich schon immer da gewesen sein müssen. […] Hauptrollen werden wie bei einem Staffellauf von einem zum anderen weitergegeben und lassen einen Text ohne klassischen Handlungsboden, ein Netz aus lose zusammengefügten Erlebnissen, zufälligen Gedanken, Erinnerungsstreifzügen und wiederentdeckten Gefühlen entstehen. […] Am stärksten ist der 180-Minuten-Abend dann, wenn die 16 Darsteller zu einem einzigen Theaterkörper verschmelzen. Wenn sie zum Beispiel zum wogenden Weizenfeld werden und die Hand der Regie deutlich zu spüren ist, auch wenn es auf den ersten Blick nach basisdemokratischem Spiel aussieht. Ein schönes Theaterversprechen!“
(Barbara Rauchenberger, Die Furche, 31. Oktober)