PREMIERE: DAS MISSVERSTÄNDNIS

16. Oktober 2014

Ein Spiel mit SchauspielerInnen & Puppen

von Albert Camus
Regie: Nikolaus Habjan

Premiere am 17. Oktober 2014, 20 Uhr, Probebühe
„Man kann im Vergessen nicht glücklich sein“. Also kehrt Jan zurück in seine Heimat, die er vor zwanzig Jahren verlassen hatte. Entgegen dem Rat seiner Frau Marie mietet er sich unter falschem Namen in dem unwirtlichen Gasthof bei Mutter und Schwester ein. Aus der Deckung will er die Verhältnisse beobachten, um entscheiden zu können, was ihm Heimat und Familie bedeuten. Aber der Erkennungsprozess gerät zum kommunikativen Missverständnis. Jan weiß nicht, dass die beiden Frauen ihre Existenz mit Raubmord an Alleinreisenden bestreiten. Längst haben sie alle moralischen Skrupel abgelegt. Gewohnheit beginnt beim zweiten Verbrechen. Und „was man nicht kennt, ist leichter zu töten.“ In seinem dreiaktigen Drama, uraufgeführt 1944 im besetzten Paris, behandelt Camus die Frage von Heimat und Exil mit der Wucht einer antiken Schicksalstragödie. Sein Roman Der Fremde (1942), der Essay Mythos des Sisyphos (1943) und Das Missverständnis bilden einen Themenkomplex, in dem Camus die als absurd empfundene menschliche Existenz verarbeitet.
In Das Missverständnis setzt er der Vernichtungskraft Europas die Vision einer freien menschlichen Existenz entgegen; das Synonym dafür ist das Meer. Mit Jans Heimkehr lässt Camus, selber Wanderer zwischen den Welten, zwei historisch und geografisch weit auseinander liegende Lebensgefühle kollidieren.

Diese Produktion wird vom Freundeskreis Schauspielhaus Graz unterstützt.

mit Nikolaus Habjan, Florian Köhler, Seyneb Saleh

Regie & Puppenbau Nikolaus Habjan Bühne & szenische Beratung Jakob Brossmann Kostüme Denise Heschl Dramaturgie Heike Müller-Merten

Premiere am 17. Oktober 2014, 20 Uhr, Probebühe, weitere Vorstellungen am 21. und 27. Oktober, jeweils 20 Uhr, sowie ab November

Bei Angabe des Bildcredits (c) Lupi Spuma / Schauspielhaus Graz ist das Bildmaterial zur honorarfreien Verwendung freigegeben.


Bilder: