Opening Nightvon John Cassavetes
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Myrtle Gordon: „Die ganze Welt muss mich lieben. Alle müssen mich lieben. Das ist dein Job. Du bist der Regisseur. Tu was dafür.“
Myrtle Gordon steckt in der Krise. Wenige Wochen vor der Uraufführung des Stücks Die zweite Frau, das mit ihr in der Hauptrolle herauskommen soll, bricht die Diva die Proben ab und der latent lodernde Streit zwischen ihr und der Autorin gerät außer Kontrolle. Sie verweigert es, sich in die Theatermaschinerie einzufügen. Die Lage spitzt sich zu, als ein weiblicher Fan am Bühnenausgang zu Tode kommt. Fortan gelingt es der Schauspielerin nicht mehr, zwischen Leben und Kunst zu unterscheiden. Wiederholt erscheint Myrtle Gordon der Geist des jungen Mädchens, für dessen Tod sie sich verantwortlich fühlt, und treibt sie an die Schwelle des Wahnsinns. Der Premierenabend wird zur Stunde der Wahrheit und es kommt zum Befreiungsschlag eines Menschen aus der Krise.
John Cassavetes, der König des Autorenkinos der 70er Jahre, hat mit Opening Night nicht nur eine der schönsten Liebeserklärungen an das Theater gedreht, sondern auch eine brillante Studie über das Älterwerden und somit ein Loblied auf alles Unperfekte, Fehlerhafte und Menschliche. Es ist eine ironische Abrechnung mit einer von Leistungszwängen bestimmten, ergebnisorientierten Gesellschaft. In der Bühnenadaption werden die Zuschauer nicht nur Zeuge des Spiels auf der Bühne, sondern nehmen ebenso teil am allabendlichen Kampf um Sinn und Irrsinn hinter den Kulissen.
Pressestimmen:
„Vorhang auf für ein grandioses Stück: Ein Theaterfest. Die in Graz zum Glück viel beschäftigte Regisseurin Cornelia Crombholz ging ein recht hohes Risiko ein - und siegte auf allen Linien, an allen Fronten, die sich in dieser subtilen und weit über trivialen oder zynischen Kulissen-Klamauk hinausreichenden Version auftun. Opening NIght verfügt über zahlreiche komische Facetten, das Werk ist reich an Slapstick und Situationskomik, dennoch ist es auch ein Nachtstück. Die Bühnenversion, die Cornelia Crombholz schuf, besitz enorme Tiefe, sie hat keinerlei Schwachstellen, sie ist reich an Tempo, aber ebenso reich an stillen Zwischentönen, unterlegt mit exzellenter jazziger Live-Musi. Als Protagonistin brilliert Steffi Krautz wie noch nie in Graz. Das ideale, symbolträchtige Ambiente bietet das Bühnenbild von Natascha von Steiger. Ein denkwürdiger, großer Abend der blanken Seelen, die sich nicht hinter Kulissen verschanzen können. Langer, Wohlverdienter Applaus für ein Bühnen-Ausnahme-Ereignis."(Werner Krause, Kleine Zeitung, 16. November 2009)
„Es ist wieder eine Paraderolle für Steffi Krautz, die den Abend trägt. Sie zeigt Stärke ebenso wie Verletzlichkeit, ist in jeder Sekunde glaubwürdig. Jan Thümer spielt ihren zweitklassigen Bühnenpartner mit erfreulicher Präzision und Hingabe. Götz Argus kann dem Regisseur viele Facettn abgewinnen. Extralob für die Musiker unter Klaus von Heydenaber, die den Abend jazzig untermalen und Krautz bei den famosen Songs begleiten."
(Michaela Reichard, Kronen Zeitung, 16. November 2009)
„In der Inszenierung von Crombholz glänzen Steffi Krautz und Jan Thümer als Hauptfiguren. Man glaubt Krautz die Verzweiflung und das Wandeln am Abgrund der eigenen Lebensentwürfe. Und man nimmt Thümer die Frustration ab, mit der er die zweite Geige hinter Myrtle spielen muss. Auch Sophie Hottinger überzeugt und amüsiert als von den Allüren des Stars genervte, nüchterne Autorin."
(Colette M. Schmidt, Der Standard, 17. November 2009)
„Einer von Cornelia Cromholz Trümpfe ist Natascha von Steigers Bühnenbild, eine drehbare, von Thomas Trummer raffiniert beleuchtete kubische Metallrohrkonstruktion mit vielen Räumen, die zudem die Einspielung von Videospots erlaubt. Vor allen lebt der Abend von der schauspielerischen Leistung. Steffi Krautz ist die kongeniale Myrtle, in ihrer dem Wahnsinn oft nahen Emotion unberechenbar, der ganze Kosmos einer aus den Fugen geratenen Frauenseele. [...] empfehlenswert!"
(Dolf Stockhausen, Woche, 18. November 2009)
„Am Theater stehen Realität und Illusion in einem ganz anderen Verhältnis zueinander als im Kino. Dem begegnet Crombholz mit einer geradezu perfektionistischen Inszenierung samt Live-Musik. Natascha von Steiger hat eine Art Hinterbühne auf die Drehbühne gesetzt, die sich wie eine gut geölte Metapher im Kreis bewegt. Hier dreht sich das Theater um sich selbst. Großes Kino? Nein. Aber ein schönes Theater!"
(Hermann Götz, Der Falter, 18. November 2009)
Videos:

Downloads:
- Referenteninformationen zu OPENING NIGHT (0,76 MB)