Gut gegen Nordwindvon Daniel Glattauer


Bühnenfassung von Ulrike Zemme und Daniel Glattauer

Daniel Glattauers hinreißender Liebesroman hat bekanntlich Suchtqualität. Rund 220 Seiten, die nur aus hin und her geschickten Nachrichten bestehen. Das Internet als Postillon d’Amour! Kann so etwas funktionieren? Es kann, und wie! Und zwar auch im Theater, für das der Autor selbst eine Fassung schrieb.

Ein falsch adressiertes E-Mail stiftet den Auftakt für eine „Net-Beziehung“, die allmählich außer Kontrolle gerät. Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi von ihm verbal angezogen fühlt, schreibt sie zurück. Nach anfänglichem Geplänkel entwickelt sich echte Kommunikation und in weiterer Folge eine immer intimere Freundschaft. Es beginnt zu knistern in der Leitung. Und Leos E-Mails sind gut gegen den Nordwind, der Emmi nicht schlafen lässt, wenn er bläst. Die Versuchung eines persönlichen Treffens steigt. Doch werden die gesandten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten?




Kritiken:


„Mit dem E-Mail-Roman Gut gegen Nordwind und der virtuellen Beziehungskiste landete Daniel Glattauer 2006 einen Hit. Nun adaptierte der Autor mit Ulrike Zemme den Erstling. Kann das gut gehen? Das ungewisse Spiel von Nähe und Distanz, die gesamte Gefühlspalette, von A wie Angst bis Z wie Zorn, auf eine Bühne zu Hieven? Ja es kann!
Das Stück bleibt nah am Buch. Das wirkt auch im gesprochenen Wort und dank der E-Mails, die über den Beaner laufen. Ein Baukasten mutiert vom Bett zur Badewanne, immerfot, immer weiter, treibt die Handlung in Schnitzler’scher Reigen-Manier fort.“
(Julia Schafferhofer, Kleine Zeitung, 29. September 2009)

„Gemeinsam mit Ulrike Zemme hat Glattauer den Stoff in aller sprachlichen Brillanz für die Bühne adaptiert.“
(Christoph Hartner, Kronen Zeitung, 29. September 2009)

„In Gewändern, die eigentlich an Nachthemd und Pyjama erinnern, gleiten sie flott durch die Schlüsselszenen des Romans, unterstütz nur von ein paar multifunktionalen Holzkuben, die Badewanne, Schreibtisch oder Bett sein dürfen. Als Übertitel laufen einzelne Stücke aus der E-Mail-Korrespondenz über ihren Köpfen ab, sodass das Publikum jeweils entweder mit der empörten Emmi oder dem amüsierten Leo mitlesen kann und das Tippen des anderen dabei hört.“
(Colette M. Schmidt, Der Standard, 29. September 2009)