Mein Name ist Programm


MEIN NAME IST PROGRAMM
Der dritte Text aus der Reihe VON DER INDUSTRIE LERNEN von Oliver Kluck am Schauspielhaus Graz
 

Nach den Theaterabenden Der Wiederaufbau des Haider-Denkmals und Der Untergang des Hauses Wuppertaal bringt die Uraufführung des dritten Auftragstextes Mein Name ist Programm die diesjährige Zusammenarbeit mit Oliver Kluck zu einem Finale auf der Probebühne.
Oliver Kluck zählt zu den meistgespielten und vielfach ausgezeichneten Autoren auf deutschsprachigen Bühnen. Zuletzt wurden im Kasino des Burgtheaters Die Froschfotzenlederfabrik und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg Leben und Erben uraufgeführt.

Oliver Kluck
MEIN NAME IST PROGRAMM


Wie sich zeigt, ist das Leben als Idiot doch leichter zu ertragen als das Leben als Revolutionär. Wie sich zudem herausstellt, lässt sich das eine mit dem anderen verbinden. Die Revolte kann auf einmal etwas anderes sein als ein kollektives Aufbegehren. Der junge Ingenieur Daniel folgt der Erkenntnis und nutzt die Möglichkeit zur Veränderung. Er kündigt eine scheinbar sichere Stelle, um nach einer Phase des Nichtstuns einen Studienplatz am renommierten Institut Treichlinger anzunehmen. Am Institut Treichlinger werden durch Treichlinger und die geschätzten Kollegen junge Menschen zu Menschen als Schriftsteller ausgebildet, wobei Treichlinger davon überzeugt ist, dass ungeachtet all seiner Bemühungen und der Bemühungen der geschätzten Kollegen aus den meisten jungen Menschen ohnehin nichts werden kann. Zu eng sind die Grenzen, die der Professor ziehen muss. Nicht alles was geschrieben ist, kann gleichzeitig Literatur sein. Eine Freiheit ohne Grenzen ist für Treichlinger nichts anderes als eine Beliebigkeit, gegen die es vorzugehen gilt.

In Mein Name ist Programm führt Oliver Kluck viele Motive und literarische Techniken aus den beiden vorherigen am Schauspielhaus Graz gespielten Texten, Der Wiederaufbau des Haider-Denkmals und Der Untergang des Hauses Wuppertaal, fort. Indem er eine Figur in verschiedene paradoxe Einheiten aufteilt, die permanent miteinander diskutieren, streiten und sich in Widersprüche verwickeln, erzählt Kluck das Entwicklungsdrama eines Menschen von der Kinderpsychiatrie bis zum Erwachsenenalter. Ironisch, komisch, zärtlich.

„Nicht die Entwicklung, sondern die Möglichkeit zur Angst ist das verbindende Element unserer Kultur. Meine Antwort darauf sind die Texte, in denen es im Grunde um nichts anderes geht als um die Bewegung, die natürlich vorhanden ist, wie das Ausatmen und somit das Leben selbst.“
Oliver Kluck, Berlin 2012




Pressestimmen:

„In knallbunter Unterwäsche stehen sie da, mal in Reih‘ und Glied aufgefädelt, dann als Gruppenbild formiert: vier Akteure, zwei Männer und zwei Frauen, die aus dem Leben erzählen. […] Vom Elternhaus in die Kinderpsychiatrie, von der Schule, der Uni in das Literaturinstitut: Das Leben ist ein einziger Kampf, der aber, so die Botschaft, gewonnen werden kann. In Mein Name ist Programm blitzt immer wieder ein höchst subjektiver Sprachfundus auf, der begreiflich macht, warum der aus Rügen stammende, in Berlin lebende Autor derzeit zu den im deutschsprachigen Raum viel gespielten Dramatiker-Nachwuchshoffnungen zählt. […] Er räsoniert über ‚Beschreibungsimpotenzen‘ und ‚Pimmelromane‘ im gängigen Literaturbetrieb, stellt immer wieder Spießertum bloß, aber er tut es, mit Augenzwinkern, nicht verhärmt, sondern mit einer sympathischen Leichtigkeit.“
(Martin Behr, Salzburger Nachrichten, 16. April 2012)

„Der Vater (ein großartiger Simon Zagermann) gibt dem ‚wie heißt er gleich: Sohn!‘ ein gerahmtes Bild zum Abschied mit. Er achtet darauf, den Buben dabei ja nicht zu berühren. Draußen ist er. Und der Vater, der schuftet ‚wie ein Grubenpferd‘, und Mutter (Evi Kehrstephan), die ‚gar manches Mal ein wohlschmeckendes Mahl‘ bereitet, sind wieder ungestört in ihrem kleinen Heim. (Un)glück allein. […] Der Sohn hat mehrere Stimmen, die zum Kaleidoskop einer Generation werden. Eine Generation, die erlebt, dass alle Älteren auch nur mit trüben Wasser kochen. Wenn die vier in Einzelrollen schlüpfen, schenken sie dem amüsierten Publikum schöne Momente: Etwa Lercher als arroganter Lyrikprofessor, dem die Studierenden erfolglos Liebe zu erklären suchen. Oder Chakraborty als Jazzmusiker Elias, der schon in der Schule geächtet wird. […] Mein Name ist Programm heißt der dritte Teil der Trilogie. Teil eins – der Wiederaufbau des Haider-Denkmals wird übrigens am Deutschen Theater Berlin gastieren.“
(Colette M. Schmidt, Der Standard, 16. April 2012)

„Wenn Jungrevolutionäre dann doch lieber als ‚Trittbrettfahrer des besseren Lebens‘ vom Gas gehen, raucht bei Aufrechtgeher Oliver Kluck die Dampfmaschine. Da knistert das Papier beim Sprachzündstoff, entflammt die Schauspielcrew unter Christina Rast – allen voran Simon Zagermann, Evi Kehrstephan – und fliegen Funken ins Publikum auf der Probebühne im Schauspielhaus.“
(Elisabeth Willgruber-Spitz, Kleine Zeitung, 15. April 2012)

„Bereits zwei textgewaltige Abende hat der junge deutsche Autor Oliver Kluck dem Grazer Schauspielhaus in der Reihe Von der Industrie lernen beschert. Teil drei – Mein Name ist Programm – hat Regisseurin Christina Rast nun für die Probebühne in Szene gesetzt. […] Eine Lebensgeschichte in zehn Episoden. […] In einem wahren Textstakkato lässt er die Szenen eines unerfüllten Lebens ablaufen. [..] Für die Schauspieler – Evi Kehrstephan, Verena Lercher, Rahul Chakraborty und Simon Zagermann – ist dieses Stück eine Herausforderung in Sachen Text und Spiel, die von allen vieren mit Bravour gemeistert wird. Ein dichter, sehr fordernder Abend, der aber auch jede Menge Spaß macht. Nicht versäumen!“
(Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 15. April 2012)

„Kluck legt die sprachlich ausgefeilte Montage von Splittern einer Erzählung vor, Rast übersetzt diese gekonnt in formal strenge und dennoch flott gespielte Szenen. Die Ausstattung von Fatima Sonntag begegnet dem bissigen Witz des Autors mit Augenzwinkern und Liebe zum Detail.“
(Hermann Götz, Der Falter, 18. April 2012)

 


Youtube Videos:


Schauspielhaus Graz: Trailer zu MEIN NAME IST PROGRAMM



Schauspielhaus Graz: Trailer zu DER UNTERGANG DES HAUSES WUPPERTAAL



Schauspielhaus Graz: Trailer zu DER WIEDERAUFBAU DES HAIDER-DENKMALS