Frauen am Rande des Nervenzusammen­bruchs


Ein neues Musical • Jeffrey Lane (Buch) & David Yazbek (Musik & Liedtexte) nach dem Film von Pedro Almodóvar • Deutsch von Kevin Schroeder
Original Broadway Produktion von Lincoln Center Theater, New York City, 2010 - Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben Verlag, Berlin

Pepa wartet verzweifelt auf den Anruf ihres Geliebten Iván. Tief in der Nacht meldet er sich auf ihrem Anrufbeantworter und die Botschaft lautet: „Auf Wiedersehen – und pack' meine Sachen in einen Koffer.“ Pepa wird Iván suchen wie ein Phantom. Sie wird seine Stimme im Synchronstudio hören, in dem sie beide arbeiten. Sie ist hart am Rande des Nerven-zusammenbruchs. So auch Iváns Noch-Gattin Lucia, die nach 19 Jahren von ihm geschieden wird – was sie aber nicht wahrhaben will. Sie ist verrückt und droht mit Mord. Sohn Carlos stellt ihr seine jungfräuliche Verlobte vor – woraufhin sie ihn aus der gemeinsamen Wohnung wirft. Lucias Scheidungsanwältin Paulina ist Iváns heimliche neue Geliebte, die dem Herzensbrecher wider besseren Wissens auf den Leim geht. Und ausgerechnet sie zieht Pepa arglos zu Rate, weil ihre beste Freundin Candela durchdreht, als sich die Liebe ihres Lebens als schiitischer Terrorist entpuppt, der sich nur bei ihr verstecken wollte. Am Ende zweier atemloser Tage landen sie alle aus unterschiedlichen Gründen in Pepas Apartment und naschen an einem großen Krug Gazpacho – den Pepa in Erwartung eines letzten Besuchs ihres Geliebten (der Koffer ist schließlich noch da) mit starken Schlafmitteln versetzt hat …

„Der Gazpacho im Film ist wie ein Zaubertrank, der das Leben dessen, der ihn zu sich nimmt, verändert und ihn in eine andere Welt versetzt“, sagt Pedro Almodóvar. Er sei auch bitter nötig, denn Pepa, Lucia, Candela und die anderen zeigen, „was aus Frauen, deren Leidenschaft enttäuscht wird, werden kann, wenn sie sich nicht kontrollieren.“

Almodóvars Kultfilm wurde von David Yazbek und Jeffrey Lane zum Musical adaptiert. Die Original Broadway Produktion feierte 2010 am Lincoln Center Theater, New York City, Premiere und wurde u. a. für drei Tony Awards nominiert.




Pressestimmen:

„[...] es ist schon hinreißend, was das Schauspielhaus mit dieser Show auf die Beine gestellt hat. [...] Das ist “the real deal“ – kein steriles Etwas –, das hat Saft und Kraft. [...] Der Showstopper in dieser Produktion ist Steffi Krautz – in jeder Szene, in der sie zu sehen ist. Sie legt ihre Lucía völlig enthemmt in ihrer Verrücktheit an, es gelingt ihr, diese Figur derart lustvoll, verspielt-verrückt mit Leben zu erfüllen, dass man verblüfft und fasziniert von ihren darstellerischen Kammerstückchen zuschaut. [...] Stroboskop-Stakkatos als greller Blitz eines grandiosen Lichtdesigns, ein rasantes Spiel mit Film-im-Film- bzw. Bühne-im-Film-Effekten, filmreif inszenierte, irrwitzig komische Verfolgungsjagden, effektvolle Videozuspielungen, ein einfallsreiches Bühnenbild, das auf pfiffige Weise die Handlung auf mehreren Ebenen abspielen lässt, mit fast schon filigran wirkenden Konstruktionen, versteckten Falltüren, fallenden Projektionsflächen, eine großartig aufspielende Band mit ausgesuchten Jazzmusikern rund um Posaunist Bernhard Neumaier, eine Cast, bei der man als Zuschauer den Eindruck hat, dass jeder seine Rolle auskostet. [...] Atmosphäre, eine Art Lebensgefühl, Schwingungen, Slaptstick wie in den guten alten französischen Spielfilmen, das ist der Gehalt dieses Stückes, der Charme, und sowohl die Cast – aus der man niemanden hervorheben muss, weil alle auf hohem Level spielen – als auch sämtliche Mitglieder des Leading Teams verwirklichen diesen Trip in die Zone des Fast-Wahnsinns mit ihrem Können und ihrer Kunst beeindruckend.“
(Martin Bruny, Musicals, Februar/März 2013)

„Man merkt, dass Regisseurin Bernadette Sonnenbichler selbst Musikern [...] ist: Flott rhythmisiert sie das hitzige Treiben vor dem Prospekt der Plaza Mayor in Madrid. Als Beipack zu den Choreografien (Otto Pichler), Zirkus- und Zaubernummer liefert sie auch witzige Videos und schafft mit Bühnenbildner Jens Burde nahezu Schnitttechnik in den Szenen, wenn Kulissen und Requisiten wie auf dem Rangierbahnhof auf Wägelchen verschoben werden. [...] Yazbeks für einen Tony nominiertes Amalgam aus Ballade, Pop, Jazz und Latin ist beim Posaunisten Bernhard Neumaier und seiner Band im Bühnenhintergrund in besten Händen. [...] Das Ensemble zeigt in pfiffigen Kostümen (Tanja Kramberger) große Verve für das Genre.“
(Michael Tschida, Kleine Zeitung, 12. November 2012)

„Der 30-jährigen Münchner Regisseurin Bernadette Sonnenbichler gelingt insbesondere im ersten Teil ein rasanter, origineller Bilderreigen. Der actionreiche Tanz der sieben Frauen zwischen Beziehungsabgründen und persönlicher Neubestimmung hat eigenständigen Charme und wird auch dem furiosen Leinwandvorbild gerecht. Im wahnwitzigen Tollhaus Madrid jagt nicht nur die von Pia Luise Händler überzeugend gespielte (und gesungene) Pepa ihrem Liebesglück nach. Wenn auch die Kulissen permanent rotieren, ist Steffi Krautz als frech-freakige Lucía in ihrem Element. Sympathisch in ihrer Schrillheit sind auch Evi Kehrstephan als Model Candela und Florian Köhler als Taxifahrer.“
(Martin Behr, Salzburger Nachrichten, 12. November 2012)


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Trailer zu FRAUEN AM RANDE DES NERVENZUSAMMENBRUCHS