Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (Peter Handke, Bearbeitung von Viktor Bodó)von Peter Handke


Bearbeitung von Viktor Bodó
In Zusammenarbeit mit der Szputnyik Shipping Company, Budapest

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Das SCHAUSPIELHAUS GRAZ ist zum ersten Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen!

Eingeladen wurde Viktor Bodós Inszenierung DIE STUNDE DA WIR NICHTS VONEINANDER WUSSTEN, Peter Handke in einer Bearbeitung von Viktor Bodó.
Aus rund 400 Aufführungen aus dem deutschsprachigen Theaterraum werden die 10 „bemerkenswertesten Inszenierungen“ eingeladen, die alljährlich von einer unabhängigen Kritikerjury ausgewählt werden.

Seine ALICE nach Lewis Carroll, mit Andrea Wenzl in der Hauptrolle, erhielt 2008 gleich zwei Nestroy Nominierung: Andrea Wenzl in der Kategorie „Beste Schauspielerin“ und Viktor Bodó in der Kategorie „Beste Ausstattung“ - Der Nestroy in der Kategorie „Beste Ausstattung“ ging 2008 an Viktor Bodó!  ALICE war ebenfalls zu den Salzburger Festspielen 2009, im Rahmen des Young Directors Project, eingeladen und reiste nach München zum Radikal Jung Festival 2008.

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Ich möchte lieber ahnen statt wissen.
Sprache ist ja in aller Regel zerstörerisch.
Wenn sie nicht den richtigen Augenblick findet, zerstört sie das Ungesagte.
Peter Handke

Ein Platz in einer nicht weiter benannten Stadt und die Menschen, die ihn überqueren und bewohnen: Frauen, Männer, Normale, Verrückte, Menschen in Gruppen, Menschen alleine. Sie gehen aneinander vorbei, begegnen sich, lösen sich wieder voneinander. Das Allgemeine wird hier zum Besonderen, der Alltag zur Vielfalt. Dabei fällt der Blick auf Dinge, für die man gewöhnlich kein Auge hat. In einem zauberhaften Reigen der Bilder und Töne wird die Welt zum Fest des Augenblicks erklärt.
Handkes Platz bildet die Grundlage dieses außergewöhnlichen Theaterprojekts, in dem es zum ersten Mal zu einer Begegnung zwischen dem Ensemble des Grazer Schauspielhauses und den Mitgliedern von Viktor Bodós Budapester Theatertruppe Szputnyik Shipping Company kommen wird.
Nach Kafkas Das Schloß und Alice nach Lewis Carroll (ausgezeichnet mit dem Nestroy-Theaterpreis 2008) ist es bereits die dritte Arbeit Bodós am Schauspielhaus Graz.

 




Pressestimmen:

„Die Stunde da wir nichts voneinander wußten“, die dem Grazer Schauspielhaus einen ungemein temporeichen, sinnlichen und vielstimmigen Theaterzauber-Abend beschert: Mit Sicherheit der Höhepunkt der laufenden Saison, ein Glanzlicht in der Ära von Intendantin Anna Badora. Der 31-jährige Ungar Viktor Bodó bricht Handkes Stück ohne Worte furios auf, erweitert die Vorlage zu einem tolldreisten Panoptikum, ohne dass der poesievolle Versuch über das Stadtleben gröbere Dellen erleidet. Unbarmherzig und witzig, kurios und monströs, dann wieder leichtfüßig, beschwingt und nahezu immer fesselnd. Live Musik und eingespielte Töne sind klug eingesetzt, schaffen manchmal Stummfilmatmosphäre, dann wieder Discozombieambiente oder (ironisches) Musicalflair. Das 15-köpfige Ensemble ist permanent im schweißtreibenden Einsatz, um Augenblicke, Situationen, Beziehungen zu konstruieren und wieder zu verwerfen.“
(Martin Behr, Salzburger Nachrichten, 16. Mai 2009)

„Sternstunde hoher Bühnenkunst im Schauspielhaus Graz: Viktor Bodós Handke-Inszenierung lässt keine Wünsche offen. Man schaue und staune. Nestroy-Preisträger Viktor Bodó entlässt Peter Handkes Stück ohne Worte in ein rund 100-minütiges, pralles, bezauberndes, verblüffendes Bühnenleben, mit einem Spannungsbogen, der keine Sekunde lang absackt. Unmöglich wäre es, auch nur einen Teil der Mini-Episoden zu schildern. Sie berühren, sie rühren, sie schüren die Neugier mit gesundem Suchtfaktor. Und, Geniestreich zwei, Bodó lässt das Geschehen live per Handycam mitfilmen und auf die Leinwand übertragen. Stummfilmtheater in Vollendung, adäquat unterlegt mit viel Musik. Frenetischer Beifall war der Lohn. Staunen, sagt man, verursacht kein Geräusch. Hier wurde es hörbar.“
(Werner Krause, Kleine Zeitung, 16. Mai 2009)

„Viktor Bodó schenkt dem Publikum im Grazer Schauspielhaus einen prallen, kurzweiligen Abend, der Sehgewohnheiten über den Haufen wirft und tiefe Einblicke in gesellschaftliche Ordnungen gewährt. Schon von Anfang an ist klar, dass Handke in dieser Version eine untergeordnete Rolle spielt und Bodó eher als Ideenlieferant dient. Bodó verdoppelt manche Szenen, wechselt dabei die Perspektiven und gibt ihnen so eine neue Bedeutung. Dass er dann auch noch mit der Künstlichkeit einer Theateraufführung und der vermeintlichen Realität des Films spielt, ist nur eine weitere spannende Ebene in dieser Inszenierung. Ganz hervorragend agieren die Darsteller, die sich aus dem Schauspielhaus-Ensemble und Bodós eigener Szputnyik Shipping Company zusammensetzen. Soviel Spiel- und Improvisationsfreude hat man am Grazer Haus selten gesehen.“
(Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 16. Mai 2009)

„In der Grazer Aufführung lässt der 31-jährige ungarische Theatermann Vikto Bodó Handkes Stück aufgehen in eigene Phantasmagorien. Das Heraus-Lesen und das Hinein-Interpretieren verschwimmen, und das ist sehr gut so. Viktor Bodó hat sich von Pascal Raich gleich eine kleine Stadt bauen lassen, mehrere Guckkasten-Container links und rechts der Bühne. Pralle Lebensfiguren da, eigenwillig-verspinnene Kunstfiguren dort. Scharf geschnittene Charaktere bevölkern die Bühne. Einfach toll, wie das alles getimt ist, wie in szenischen Konglomeraten von aberwitziger Turbulenz und Hektik doch ein jeder seinen individuellen Takt und die Aufführung insgesamt ihren Rhythmus findet. Das pulsiert mit System."
(Reinhard Kriechbaum, Nachtkritik, 15.Mai 2009)

„Mithilfe des kongenialen Kameramanns Christian Schütz und der großartigen Musikabteilung entwirft Bodó in immer neuen sprachlosen Wiederholungen derselben Handlungsabläufe eine Vielzahl an Bildern und Ausschnitten aus der Wirklichkeit einer halbfinster flimmernden Stadt. Er spielt mit der Illusionsmaschine Theater wie mit einer Geliebten und nötigt das halbe Ensemble des Schauspielhauses ebenso wie die Mitglieder seiner erstmals in Graz zu erlebenden Szputnyik Shipping Company zu Höchstleistungen."
(Hermann Götz, Falter Steiermark, 17. Juni 2009)



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