Peter Simonischek

Peter Simonischek erhielt seine Ausbildung an der heutigen Kunstuniversität seiner Geburtsstadt Graz. Bereits während seiner Studienzeit trat er am Schauspielhaus Graz auf, danach folgten Engagements am Stadttheater St. Gallen sowie in Bern, Darmstadt und am Düsseldorfer Schauspielhaus (in diesen Jahren spielte er den Tempelherrn im „Nathan“, den Titus Feuerfuchs in Nestroy`s „Talisman“, den Flieger in „Der Gute Mensch von Szechuan“ von Brecht, Wetter vom Strahl in Kleist`s „ Käthchen von Heilbronn“, Ferdinand in „Kabale und Liebe“ Edmund in Shakespeare`s „König Lear“ u.v.a.).

Ab 1979 gehörte er 20 Jahre lang dem Ensemble der Berliner Schaubühne an, wo er vor allem mit Peter Stein,aber auch mit Regisseuren und Regisseurinnen wie Luc Bondy, Andrea Breth, Klaus-Michael Grüber, Robert Wilson, Felix Prader, Edith Clever zusammenarbeitete. Er war in klassischen Stücken von Schiller, Kleist, Marivaux, Aischylos, Tschechov, Schnitzler, Gorki und Ibsen, wie in zeitgenössischen von Boto Srauss, F.X. Kroetz, Yasmina Reza, Edoardo de Filippo, Jean Genet, Georg Kaiser … zu sehen. 1998 spielte er als Gast den „Schwierigen“ im Schauspielhaus Zürich. Regisseur war Dieter Giesing. Bei den Salzburger Festspielen war er seit 1982 regelmäßig in den unterschiedlichsten Rollen besetzt. Mit den Regisseuren Stein, Grüber, Corti, Wajda, Dorn. Unter anderem als Gajew im „Kirschgarten“ und als „Torquato Tasso“. Von Sommer 2002 bis 2009 spielte er 100 Mal den „Jedermann“ von Hugo v. Hofmannsthal in der Neuinszenierung von Christian Stückl am Domplatz in Salzburg.

Mit Beginn der Spielzeit 1999/2000 wechselte Peter Simonischek von Berlin nach Wien an das Burgtheater. Dort spielte er unter der Regie von Andreas Kriegenburg, Thomas Langhoff, Nicolas Brieger, Peter Zadek, Karin Beier, Andrea Breth, Barbara Frey, Falk Richter, Alvis Hermanis und Anselm Weber. Er spielte dort Julius Cäsar, John Gabriel Borkmann, Thomas Hudetz, den Unbestechlichen … um nur einige Rollen als Beispiel zu nennen.

Seit Ende der 70er Jahre ist Peter Simonischek auch regelmäßig im Fernsehen und im Kino zu sehen. In zwei Fernsehfilmen von Axel Corti spielte er die männliche Hauptrolle. Den „Jutz“ in „Das eine Glück und das Andere“ und den „Bruno Melzer“ in „Herrenjahre“. Im Fernseh-Mehrteiler „Lenz oder die Freiheit“ nach einem Roman von Stephan Heym über die Badische Revolution von 1848 spielte er an der Seite von Brigitte Karner unter der Regie von Dieter Berner die Titelrolle „Andreas Lenz“. In dem Kinofilm „Gebürtig“ von Robert Schindl und Lukas Stepanik spielte er die männliche Hauptrolle. Mit Julian Pölsler als Regisseur wirkte er in mehreren Romanverfilmungen von Alfred Komarek mit. Für seine Rolle in „Hierankl“ von Hans Steinbichler erhielt er 2006 den „Adolf Grimme Preis“ und in 2012 einen weiteren Grimme-Preis und eine „Goldene Kamera“ für den Fernsehfilm „Liebesjahre“ den Matti Geschonneck inszenierte. Seine Stimme ist auf vielen Hörbüchern zu hören. 2008 und 2010 erhielt er den „Deutschen Hörbuchpreis“.