Schauspieler klopft einer kniehohen Goldstatue auf den Kopf

Benefiz oder Jeder rettet einen Afrikaner

Komödie von Ingrid Lausund

Regie Mathias Schönsee

 
Inhalt
Immer mehr Flüchtlinge drängen nach Europa und immer öfter hört man die Ansicht, um dieser Flut Herr zu werden, müsse man dort helfen, wo das Problem entsteht, damit sie gar nicht erst kommen. Zum Beispiel in Afrika. Aber wie spenden, damit dort geholfen werden kann? Wem vertrauen? Was tun? Oder besser doch lassen?

Zwei Schauspielerinnen und drei Schauspieler proben eine Benefiz-Veranstaltung, mit der sie Geld sammeln möchten für den Bau einer Schule in Guinea-Bissau. Sie sind Profis im Herstellen von Öffentlichkeit, können Emotionen hervorrufen, mit Sprache umgehen, sind politisch denkende Menschen, haben ein Konzept und ihre Hausaufgaben gemacht. Aber bei allem Bemühen um Inhaltlichkeit und die richtigen Mittel dafür, geht es bald um die wirklich wichtigen Fragen: Wieso ist die Probebühne immer so versifft, wer tut eigentlich mal Geld in die Kaffeekasse und warum klemmt der Diaprojektor schon wieder? Das Stück zelebriert lustvoll Klischees des Schauspieleralltags und ist dennoch ein ernsthafter Versuch, auf unterhaltsame und hintersinnige Weise den Finger auf die Wunde des Spendenwilligen zu legen mit der Aufforderung, diesem Thema weder sein Herz, noch sein Portemonnaie zu verschließen. Der Redoutensaal, der im Alltag des Theaters als Probebühne dient, wird zum Aufführungsort mit authentischer, wechselnder Kulisse.

Ingrid Lausund schrieb „Benefiz oder Jeder rettet einen Afrikaner“ 2008 für einen in Köln ansässigen Verein, der sich vor elf Jahren zum Ziel gesetzt hatte, eine Schule in Guinea-Bissau zu bauen, Guinea-Bissau ist das derzeit siebtärmste Land der Erde, in dem ein Lehrer oder eine Lehrerin im Monat 40 Euro verdient. Auch dank der bei den Theateraufführungen zusammen gekommenen Spendengelder lernen heute in der 2004 errichteten Schule 350 Kinder von der 1. bis zur 6. Klasse. Informationen zu dieser Schule, der auch die in Graz gesammelten Spendengelder zugute kommen werden, finden Sie HIER

 

Pressestimmen
„‚Benefiz oder Jeder rettet einen Afrikaner‘ von Ingrid Lausund ist ein köstlich-bissiger Eiertanz rund um die Moral des Helfens und Spendens […] Szene für Szene packt sie die Ethik-Keule aus, doch diese entpuppt sich oft genug als quietschendes Clown-Utensil. […] Regisseur Mathias Schönsee hat im Redoutensaal ein Minenfeld aus Eitelkeiten und Scham ausgelegt, auf dem sich das tolle Darsteller-Team […] mit viel Gespür für den richtigen Tonfall bewegt. Diese Gala kann zwar nicht die Welt retten, aber jeden Besucher ein wenig verändern.“ (Christoph Hartner, Kronen Zeitung, 21. November 2015)

„Mathias Schönsee inszeniert die Abrechnung mit Begriffen wie Solidarität, Opferrolle oder Anteilnahme und viel Gutmenschenfloskeln entspannt in performativem Rahmen. […] Susanne Konstanze Weber beeindruckt als naive Frau mit Helfersyndrom, die mit Ausdruckstanzlied zum Spenden anregen will. Veronika Glatzner mimt die strategisch Engagierte, Gideon Maoz den Paradebeleidigten, Daniel Doujenis soll mit Afrika-Wissen glänzen, verzettelt sich aber schön verwirrt in Wikipedia-Ausreden und Gerhard Balluch hält eine Wutrede.“ (Julia Schafferhofer, Kleine Zeitung, 21. November 2015)

„Mathias Schönsee inszeniert mit Ingrid Lausunds ‚Benefiz‘ eine hochintelligente Komödie. […] Der sprichwörtliche Blick hinter die Kulissen legt die Fragwürdigkeit einschlägiger Veranstaltungen ebenso frei wie Menschliches und Allzumenschliches. Doch er verfehlt seine Wirkung nicht. Auch weil Gerhard Balluch, Susanne Konstanze Weber und die Gäste Daniel Doujenis, Veronika Glatzner sowie Gideon Maoz den Abend spielfreudig über jede Untiefe heben.“ (Hermann Götz, Falter, 25. November 2015)
Medien

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