Altes Testament - Aus dem Tagebuch der Menschheit

Inhalt

Die Bibel ist eines der bekanntesten Bücher der Welt und eine der Säulen unserer abendländischen Kultur. Die Ausgaben der „Heiligen Schrift“ erreichen weltweit jährlich eine Auflage von ungefähr 20 Millionen Stück. Übersetzt wurde das „Buch der Bücher“ in rekordverdächtige 2303 Sprachen. Dennoch nimmt das Bibelwissen hierzulande ab, immer weniger Menschen kennen die Figuren und Geschichten. Dabei waren die Texte der Bibel jahrhundertelang eine der wesentlichen Inspirationsquellen für Kunst, Literatur und Musik.

Das Alte Testament entstand aus einem jahrhundertelang erst mündlich überlieferten, später schriftlich fixierten tiefen Menschheitswissen heraus. Die Geschichten im Alten Testament – von der Schöpfungsgeschichte über die Sintflut, Kain und Abel, den Turmbau zu Babel, Josef in Ägypten bis hin zu Moses, der Gott im brennenden Dornbusch erkannte, die zehn Gebote empfing, und viele mehr – beschwören in mächtigen Bildern eine grausame, chaotische, undurchschaubare Welt und Natur, der der Mensch immer wieder Würde und Zivilisation abzutrotzen versucht. 

Regisseur Volker Hesse, der in der Saison 2016.2017 mit „Geächtet“ von Ayad Akhtar einen vielbeachteten Publikumserfolg inszenierte, widmet sich dieser monumentalen Aufgabe gemeinsam mit 13 Schauspieler*innen und 5 Live-Musiker*innen im dafür überbauten Zuschauerraum von HAUS EINS. Die so geschaffene Arena ermöglicht Spieler*innen und Publikum ein gemeinsames Eintauchen in die Welt des Alten Testaments: „Es geht uns um ein gemeinsames Erleben, das in großer Nähe zueinander stattfinden soll, Bühne und Zuschauerraum sollen sich vermischen, sodass alle an dieser Aufführung beteiligt sind, sich im Raum bewegen oder auch bewegt werden. Ich hoffe, dass dadurch die Vorstellungskraft anders angeregt wird als durch eine bloße passive Aufnahme des Geschehens.“, so Hesse.

Der Titel des Theaterabends ist inspiriert von dem Sachbuch "Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät" von Carel van Schaik und Kai Michel, erschienen im Rowohlt Verlag Hamburg 2016.

Besonderheit bei „Altes Testament“

Bühnen- und Zuschauerraum in ihrer bekannten Art und Weise sind bei der Produktion „Altes Testament“ aufgehoben - Regisseur Volker Hesse hat das Schauspielhaus für diese Inszenierung in einen großen Raum verwandelt, in dem sich Publikum und Ensemble begegnen und gemeinsam bewegen. Aus diesem Grund müssen alle Jacken, Schirme und Handtaschen (die größer als ein A4 Blatt sind) sowie Rucksäcke an der Garderobe im Foyer abgegeben werden. Alle Gegenstände, insbesondere (größere) Handtaschen, aber auch Bekleidung, die Sie während der Vorstellung nicht am Körper tragen können, stellen für Sie, die anderen Besucher*innen und auch die Schauspieler*innen ein Sicherheitsrisiko dar. Die Garderobe im Foyer ist selbstverständlich durchgehend besetzt. Herzlichen Dank für Ihr Verständnis.

Pressestimmen

„Die Aufführung mit den bekanntesten Erzählungen der hebräischen Bibel rund um Noah, Abraham, David, Hiob u.a. hatte am Samstagabend im Schauspielhaus Graz Premiere und brachte dem Publikum dieses kulturelle Erbe in einer innovativen Inszenierung buchstäblich nahe: ‚Mitten drin‘ in der Bibel sei man als Zuseher, lobte der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl als einer der Premierengäste. […] Bühne und Publikumsraum verschmelzen zu einem einzigen Raum, der von weißen Stoffbahnen umrahmt wird. Darauf werden Live-Videos der Schauspieler ebenso projiziert wie Aufnahmen von Flüchtlingen, Kriegsszenerien und Erdölpumpen. Die Regie unterstreicht auf diese Art, dass das Gezeigte nicht nur Teil einer fernen Vergangenheit, sondern durch Themen wie Flucht und Migration, Ausgrenzung, (Gruppen-)Egoismen, aber auch Erlösungshoffnung auch höchst relevant für das Zeitgeschehen ist. […] Die babylonische Sprachverwirrung als vielstimmige Kakophonie, die brüderliche Gewalt an Josef durch eine Art "Waterboarding" in einem gefüllten Schaff oder die vollen Kornkammern Ägyptens als effektvoll rieselnder Getreidesack: all das macht den oft sperrigen, heute oft kulturfernen Bibeltext anschaulich. […] Für ihn sei es ein ‚großartiger Theaterabend‘ gewesen, so Krautwaschl. Er dankte Intendantin Iris Laufenberg, dass sich das Schauspielhaus an Stoffe wie diesen heranwagte: ‚Einfach toll, dass so etwas in Graz möglich ist.‘ Und in einem Facebook-Eintrag vergab der Grazer Bischof der Aufführung das Prädikat ‚äußerst sehenswert‘. […] Viele inszenatorische Einfälle.“ (www.kathpress.at, 14. Mai 2018)

„Fazit: beeindruckender Aufwand. […] Die Aufführung lebt von der faszinierenden Nähe zu fabelhaften Schauspielern in stets wechselnden Rollen. Und vor allem davon, dass die Bibel das beste Skript für höchste Dramatik bleibt.“ (Norbert Mayer, Die Presse, 15. Mai 2018)

„Mit Originaltexten und monumentalen optischen Umsetzungen bringt Volker Hesse das Alte Testament auf die Bühne. […] Monumentale Bilder […] mit Altmeister Gerhard Balluch als überzeugender Noah und Pharao.“ (Walter Müller, www.derstandard.at, 15.Mai 2018)

„In vielen unterschiedlichen Rollen glänzen die zwölf Akteure um Gerhard Balluch, Florian Köhler, Julia Gräfner, Anna Szandtner, Benedikt Greiner, Pascal Goffin; mit Klezmer- und Tangoklängen bringt ein Quintett um Reinhard Ziegerhofer den Abend musikalisch zum Schwingen. […] Die verhängten Wände fungieren als enorme Videowand, auf der Live-Aufnahmen der Akteure über Filme etwa von beamtshandelten Flüchtlingszügen, von Erdölpumpen, Ruinen, urbanen Konfliktzonen gelegt werden (Videos: rocafilm). Derart wird das Publikum mit teils überwältigendem Effekt umfangen. […] betörende Bilder und Szenen. Wenn die Drehbühne unter den Füßen der Besucher als Arche davontreibt, wenn Daniel Doujenis erst al Potifar, dann als Potifars Weib Joseph erotisch zu umschlingen versucht, wenn Julia Gräfner als stotternder Sonderling Moses ekstatisch gegen weltliche Lustversprechen anstammelt, wenn Anna Szandtner als weiblicher Hiob ihre Verzweiflung in den Staub flüstert, wird dieses ‚Alte Testament‘ als der gewaltige Mythenapparat erfahrbar, der dem Menschen seit Jahrtausenden Gott und die Welt erklärt.“ (Uta Baumhackl, Kleine Zeitung, 14. Mai 2018)

„Ein artistisch gelöster Brudermord in luftigen Höhen beeindruckt […]. Ungeheure Energie und rasantes Tempo. Das Ensemble – Gerhard Balluch, Oliver Chomik, Mercy Dorcas Otiene, Daniel Doujenis, Pascal Goffin, Julia Gräfner, Benedikt Greiner, Maximiliane Haß, Lena Kalisch, Florian Köhler, Werner Strenger und Anna Szandtner – spielt sich gemeinsam mit fünf Musikern mit ungeheurer Energie und großem Einsatz durch den Abend.“ (Michaela Reichart, www.krone.at, 13. Mai 2018)

„Eine Inszenierung, so monumental wie die Epen aus ihrer Textvorlage […] Gerhard Balluch gibt einen genialen Abraham, das dynamische Duo Pascal Goffin/Benedikt Greiner kämpft als Kain und Abel über den Köpfen des Publikums, Florian Köhler erzeugt als Esau mit seinem Mund die wunderlichsten Geräusche und avanciert im zweiten Akt zum Sänger und Gitarristen. […] Ein Spektakel. […] Spektakulär inszeniert.“ (Hannah Michaeler, www.kultrefgraz.wordpress.com, 14. Mai 2018)

„Spektakulär auch die Szene zwischen Kain und Abel, die Pascal Goffin und Benedikt Greiner in der Luft hängend spielen. Gerhard Balluch wirkte vor allem in den Projektionen wie aus einem Bibel Monumentalfilm, ihm nahm man Abraham genauso ab wie den Pharao. […] Daniel Doujenis […] zeigt als Noahs Sohn, Potifars Frau und Salomon seine Bandbreite. Maximiliane Haß, Lena Kalisch und Anna Szandtner waren in verschiedenen Frauenrollen präsent, Florian Köhler spielte alle Tiere und Menschen mit der gleichen – gekonnt komischen – Hingabe, Oliver Chomik, Werner Strenger und Mercy Dorcas Otieno ergänzten das spielfreudige Ensemble. […] Uneingeschränkt positiven Eindruck hinterließen die fünf Musiker, dir für Stimmung sorgten.“ (Karin Zehetleitner, APA, 13. Mai 2018)

ORT & DAUER
HAUS EINS
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Dauer: ca. 3 Stunden 15 Minuten, eine Pause nach ca. 2 Stunden
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HAUS EINS

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