Die Kaufleute von Graz (UA)


Koproduktion mit dem Theater im Bahnhof

Inhalt


Die Kaufleute hat es schon immer gegeben. Sie sitzen an den besten Plätzen der Innenstadt, wenn sie nicht schon von einem Billa oder einem H&M verdrängt worden sind. Sie sind durch unsichtbare Fäden verbunden und lassen so ihren Einfluss spielen. Ihre Eltern und Großeltern waren auch schon Kaufleute. Sie sind überzeugt, dass sie das Richtige machen, weil sie Graz kennen. Sie sind Graz. Sie machen die Stadt zum unverwechselbaren Ort, geben ihr ein Gesicht. Die Kaufleute stellen sich in den Dienst der Stadt, wenn sie mit geradem Rücken Tag für Tag im eigenen Geschäft stehen und Qualitätsprodukte verkaufen. Sie beraten ihre Kundinnen und Kunden kompetent und persönlich, weil sie den Unterschied zwischen Lakritze und Salmiak, zwischen 24 und 18 Karat und zwischen Hüferl und Beiried noch kennen. 

Und trotzdem weiß man nicht, wie lange es sie noch geben wird. Die Kaufleute von Graz sind eine gegen das Aussterben kämpfende Spezies. Immer mehr Menschen wandern in die gesichtslosen Shoppingcenter am Rande der Stadt ab oder kaufen lieber anonym, ohne persönliche Beratung bei einer Kette und im Internet. Die Kaufleute versuchen mit Bonuskarten und Kunstmeilen, einem Informations- und Identifikationszentrum in bester Lage und anderen innovativen Marketingstrategien dagegen zu halten. Denn, wenn ihr Geschäft stirbt, sterben auch sie. Aber noch kämpfen sie ums Überleben. Jeden Tag. Ihre Strategien entwickeln sie neuerdings bei regelmäßigen Tanzabenden, denn auch ein bisschen Vergnügen soll zum harten Überlebenskampf gehören. Dabei beobachten wir sie.





Wir danken der Tanzschule Eichler für die freundliche Unterstützung!



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