Die Physiker

Komödie in zwei Akten
Friedrich Dürrenmatt

Inhalt

Im Privatsanatorium „Les Cerisiers“ gibt sich Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd redlich Mühe mit ihren Insassen. Ihre drei Musterpatienten sind Einstein, der auf der Geige übt; Möbius, der mit König Salomo konferiert und Newton, der nicht ohne Allongeperücke unter die Leute geht. Die drei Möchtegern-Physiker leben in friedlicher Verrücktheit, bis ein schreckliches Unglück geschieht: Newton erdrosselt Schwester Dorothea mit einer Vorhangkordel. Und auf rätselhafte Weise ereignet sich Ähnliches kurz darauf noch einmal: Einstein erwürgt Schwester Irene mit dem Kabel einer Stehlampe. Ist Schwester Monika, die Möbius betreut, in Gefahr? Die Polizei ermittelt. Dabei ist die Entdeckung, die Möbius gemacht hat, eigentlich die weit größere Gefahr. Denn Möbius ist gar nicht psychisch krank, sondern versteckt sich nur in der Klinik, weil er eine bahnbrechende Formel gefunden hat, die auf einen Schlag die Welt vernichten könnte. Und hinter ihm und seiner Formel sind bereits die Geheimdienste rivalisierender Staaten her.

Der Kalte Krieg hatte die Welt zur Entstehungszeit des Stückes Anfang der 60er Jahre in eine hochbrisante Lage gebracht. Dürrenmatt reagierte auf diese Situation mit einer Groteske, die eigentlich ein Agententhriller ist, der auch aufgrund seiner Unterhaltsamkeit ein Welterfolg wurde – ein halbes Jahr übrigens, bevor der erste Bond-Film „Dr. No“ erschien.

Heute fasziniert vor allem die wissenschaftsphilosophische Dimension des Stückes: Die Metapher des „Irrenhauses“, in das sich ein verantwortungsbewusster Mensch der Wissenschaft freiwillig einsperren müsste, weil er nur dort die Freiheit hat zu denken, was er zu denken in der Lage ist. Denn sobald Profitinteressen anstehen, wird es immer jemanden geben, der das reine Wissen missbraucht und dass die Erde dabei drauf gehen könnte, ist den Profiteur*innen bekanntlich egal.

Es inszeniert Claudia Bossard, die u. a. vergangene Spielzeit mit Clemens J. Setz’ „Erinnya“ (eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt im Mai 2019) und der KUG-Abschlussproduktion „Romulus der Große“ von Dürrenmatt bewiesen hat, dass sie ein Händchen für zeitgenössisches und groteskes Theater hat.

ANGEBOTE VON SCHAUSPIELHAUS AKTIV

MITSPIELEN Spielsamstag am 09.11.2019
MITSCHAUEN Schauklub am 23.10.2019
MITREDEN Theaterdialog am 23.10.2019;
ÖH Stückgespräch im November 2019
MITLERNEN Vorbereitender Workshop; Nachbereitung; Fortbildung in Kooperation mit der PHSt am 09.11.2019

 

TERMINE
Fr, 18. Okt 19:30
PREMIERE
Mi, 23. Okt 19:30
Di, 29. Okt 19:30
Mi, 30. Okt 19:30
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ORT & DAUER
HAUS EINS
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Dauer: ca. 2 Stunden 10 Minuten, keine Pause
PREMIERE
18. Oktober 2019, HAUS EINS
BESETZUNG
BÜHNE UND KOSTÜME
Frank Holldack
Elisabeth Weiß
KOMPOSITION & MUSIKALISCHE LEITUNG
Paul Öllinger
CHOREOGRAPHIE
Nina Stadler
DRAMATURGIE
Jennifer Weiss
MATHILDE VON ZAHND
Andri Schenardi
OBERSCHWESTER MARTA BOLL
Matthias Ohner
SCHWESTER MONIKA STETTLER
Frieder Langenberger
JÖRG LUKAS
Alice Peterhans
WILFRIED KASPER
Anna Tropper-Lener
ADOLF FRIEDRICH
Paul Öllinger
FRAU ROSE
Oliver Chomik
INSPEKTOR VOß
Beatrix Doderer
WIR EMPFEHLEN IHNEN
HAUS EINS

Ewald Palmetshofer übersetzt den Klassiker von Gerhart Hauptmann in die Gegenwart. Erleben Sie einen philosophisch-grotesken Blick auf die heutige Mittelschicht in der Regie von Bernd Mottl.

HAUS EINS

Lassen Sie sich nach „Der Talisman“ von einer weiteren Nestroy-Posse in der Inszenierung von Dominique Schnizer mitreißen. Die Couplets übernimmt diesmal die junge, preisgekrönte Autorin Stefanie Sargnagel.

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