Die schmutzigen Hände

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Ist es möglich, sich in der Politik die Hände nicht schmutzig zu machen? Zumal, wenn man im Krieg lebt und es um die Zukunft eines Landes geht? Der junge Hugo will mit seiner unpolitischen Vergangenheit brechen und schließt sich der Partei an, um im Widerstandskampf aktiv zu werden. Als der Parteifunktionär Hoederer einen Pakt mit reaktionären Kräften eingehen will – aus Sicht der Parteiaktivisten ein Verrat an ihren Idealen – bietet Hugo sich an, ihn zu eliminieren. Um an ihn heranzukommen, wird Hugo sein Privatsekretär; mit seiner Frau Jessica zieht er bei Hoederer ein. Die persönliche Begegnung mit dem charismatischen Hoederer und dessen Argumente, aufgrund der aktuellen politischen Situation vom Kurs der Hardliner der Partei abzuweichen, lassen Hugo den geplanten Mord immer weiter hinauszögern. Erst als er Grund zur Annahme hat, Hoederer habe Jessica verführt, erschießt er ihn. Hugo wird verurteilt. Nach verbüßter Strafe besteht er gegenüber der Partei darauf, dass seine Tat politisch und nicht persönlich motiviert war. Doch die politische Lage hat sich geändert ...

In Sartres Stück greifen Philosophie, Erotik und Politik nahtlos ineinander. Das Stück stellt die Frage nach dem Sinn von Märtyrertum: Geht es um die eigenen Ideale, die Partei, um ein Land oder um die Menschen?

Sartre verbietet vier Jahre nach der Uraufführung in Paris eine geplante Aufführung seines Stückes parallel zum kommunistischen Volkskongress für den Frieden 1952 in Wien, da er fürchtet, sie könne der antikommunistischen Propaganda dienen. Bei einer Pressekonferenz im Hotel Sacher versichert er, seine Sympathien gehörten dem Aktivisten Hoederer, dem Mann mit den schmutzigen Händen.
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