Don Carlos

Inhalt


In Flandern lodert Widerstand. Die Provinz fordert Unabhängigkeit von Spanien, doch ihr Ruf nach Freiheit führt zu noch größerer Unterdrückung. Philipp II., Herrscher über das Heilige Römische Reich, sucht seine Weltmacht mit aller Konsequenz zusammenzuhalten. Philipp kennt den Preis der Macht, den er als Oberster eines Imperiums zahlt: die Einsamkeit des Herrschers, der sich auf keinen Berater stützen kann. Er braucht in dieser gefährlichen Situation einen Menschen, der ihm die Wahrheit sagt und trifft ihn im Marquis von Posa, dem engstem Freund seines Sohnes Carlos. Dessen Ambition – als Hauptverantwortlicher ins Krisengebiet entsandt zu werden – hat Philipp schroff zurückgewiesen: zu schwach, zu undiszipliniert ist sein Sohn fürs politische Geschäft. Posa hingegen vermag den Herrscher zu beeindrucken, durch rhetorische Brillanz und Mut zur Konfrontation, mit Thesen über ein freies Weltbürgertum. Er wird Philipps Vertrauter – und setzt, berauscht von der neuen Macht, alles aufs Spiel.



Don Carlos wurde 1787 in Hamburg uraufgeführt. Zwei Jahre vor Gründung der französischen Nationalversammlung erklärte der junge Dramatiker Schiller auf der Theaterbühne die Menschenrechte – und zugleich seine Skepsis ob ihrer Realisierbarkeit. Zu sehr ringt das Private mit dem Politischen und der aufgeklärte, mündige Mensch bleibt Opfer seiner Affekte.





 

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