dritte republik (eine vermessung)

Österreichische Erstaufführung

Teil Drei der Kronlandsaga

Thomas Köck

Inhalt

Eine Landvermesserin steigt in Wien in einen „Postzug“ und an der Endstation, nach einer strapaziösen Fahrt durch kriegsversehrte, entvölkerte Landschaften, wieder aus. Ihr Auftrag: die Grenze neu zu vermessen. Orientierungslos irrt sie mit einem riesigen Überseekoffer voller Präzisionsmessintrumente durch einen Schneesturm. Bei einem einsamen Haus am Waldrand klopft sie an, ihr öffnet ein Kutscher ohne Kutsche, der sich ihr als Weggefährte aufdrängt. Zusammen begegnen sie allerlei skurrilen, ratlosen, verlorenen Gestalten, doch die Suche nach der zu markierenden Grenze bleibt vergeblich. Sie laufen so lange durch Europa, bis sie keinen festen Boden mehr unter den Füßen haben, sondern sich auf einem Containerschiff auf hoher See befinden. Und weit und breit kein Land mehr, geschweige denn das Kronland, in Sicht ist …

Thomas Köck ist einer der herausforderndsten und gefragtesten Autoren Österreichs, der auch in der Autor*innengruppe „Nazis und Goldmund“ aktiv ist, die Entwicklungen und Aktionen der europäischen Rechten und ihrer internationalen Allianzen beobachtet und kritisch reflektiert. In diesem Teil seiner „Kronlandsaga“ versucht Köck, die Habsburgermonarchie als Vorgängermodell des vereinigten Europas und eine spekulative Zukunft des Kontinents im Moment des gegenwärtig erstarkenden Nationalismus zusammenzudenken. Die These des Stücks: Nationalitäten sind vor allem für Kriege wichtig und Grenzen, die danach stets neu gezogen werden müssen, können keinen Frieden garantieren.

Der Dramatiker arbeitet mit einer bildgewaltigen Sprache, die Phänomene und Akteur*innen der politischen Gegenwart geschichtsmetaphorisch und höchst theatral fasst. Dabei spielt er sehr unterhaltsam mit Motiven, Ideen und Zitaten aus klassischen Werken (u. a. Kafkas „Landarzt“ oder der 7. „Leningrader“ Sinfonie von Schostakowitsch), politischen Theorien und Manifesten sowie mit Elementen aus Popkultur, Western und Steampunk.

Es inszeniert erstmals in Graz Anita Vulesica, die als Schauspielerin u. a. am Berliner Ensemble, Deutschen Theater Berlin sowie am Schauspiel Leipzig arbeitet und zunehmend auch als Regisseurin gefragt ist; u. a. am Düsseldorfer Schauspielhaus, Residenztheater München, Theater Basel und an der Volksbühne Berlin.

 

Besetzung

REGIE Anita Vulesica
BÜHNE & KOSTÜME Anna Brandtstätter
CHOREOGRAFIE Mirjam Klebel
DRAMATURGIE Jennifer Weiss

 

TERMINE
Fr, 17. Apr 19:30
PREMIERE
Mi, 22. Apr 19:30
Di, 28. Apr 19:30
Mi, 06. Mai 19:30
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ORT & DAUER
HAUS EINS
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
PREMIERE
17. April 2020, HAUS EINS
Medien