Empire

Österreichische Erstaufführung
Milo Rau / IIPM
Regie Milo Rau
In Zusammenarbeit mit steirischer herbst

Inhalt

Sie stammen aus Griechenland, Syrien, Kurdistan und Rumänien. Sie sind drei Schauspieler und eine Schauspielerin, aber sie sind auch Menschen, die etwas von Flucht und Heimat zu erzählen haben. Zwei sind durch Flucht nach Europa gekommen, die anderen beiden leben an dessen Rändern und kennen das Konstrukt Grenze aus einer besonderen Perspektive. In „Empire“ gehen sie mit ihren eigenen Geschichten jenen Fragen auf den Grund, die beim tagtäglichen Medienkonsum sonst nur kurz und unbequem aufblitzen: Was ist Flucht? Was ist Heimat? Und wie wird das Gesicht des neuen Europa aussehen?

Mit dem abschließenden Teil seiner gefeierten Europa-Trilogie zeigt der Schweizer Theater- und Filmemacher Milo Rau erstmals eine Arbeit in Graz. Nicht umsonst ist er einer der erfolgreichsten Künstler*innen des Kontinents, den er seit Jahren gründlich unter die Lupe nimmt: Streitbar, konsequent und unaufgeregt reizen Milo Rau und das von ihm 2007 gegründete International Institute of Political Murder (IIPM) die Möglichkeiten des Theaters aus, um nicht nur dokumentarisch, sondern höchst politisch aufzutreten. Das ist ihm durch Reenactments historischer Ereignisse („Hate Radio“, „Breiviks Erklärung“) und aufwendig inszenierte Prozesse (zuletzt „Das Kongo Tribunal“) ebenso bestechend gelungen wie nun, bei der Europa-Trilogie, über die Kraft des Erzählens.
 
In „Empire“ wissen die Erzählenden von Verlust und Gefängnis, Tod und Wiedergeburt zu berichten, aber auch darüber, wie es ist, diese Erfahrungen künstlerisch zu verarbeiten. Gemeinsam mit ihnen wagt Milo Rau – nach den Themen der Radikalisierung im ersten Teil, „The Civil Wars“, und der Vergangenheitsbewältigung im zweiten, „The Dark Ages“, – nun den Blick in eine ungewisse Zukunft. Intim und doch von epischer Größe entsteht so das Porträt eines mythischen wie realpolitischen Imperiums. Sind Europas uralte Traditionen gefährdet oder ist die Migration nicht einfach eine davon?

Eine Produktion des IIPM – International Institute of Political Murder. In Koproduktion mit dem Zürcher Theater Spektakel, der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin und dem steirischen herbst festival Graz. Gefördert vom Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, Hauptstadtkulturfonds Berlin, Pro Helvetia und Migros-Kulturprozent. Mit freundlicher Unterstützung der Kulturförderung Kanton St. Gallen und des Schauspielhaus Graz.
 
In arabischer, griechischer, kurdischer und rumänischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Der TRAILER zum Stück

Pressestimmen

„Fulminantes Finale [...] Was Rau an diesem Abend gelingt: Er führt das Publikum ohne wohlfeilen Betroffenheitsgestus von den individuellen zu den universellen Vorgängen - und zurück an eine Idee von Europa, die nicht vereinnahmt ist von dem engen Selbstbild der westlichen Wohlstandsgesellschaft. [...] Nach 120 berückenden Minuten verlässt man das Grazer Schauspielhaus und will sofort jeden anrufen, den man kennt: Schaut euch das an!“ (Ute Baumhackl, Kleine Zeitung, 16. Oktober 2016)
 
„Einen aufwühlenden Abend hat der Schweizer Theatermacher und Soziologe Milo Rau dem "steirischen herbst" zum Finale geschenkt. [...] einer jener Momente, wo dem Publikum der Atem stockt. Davon gibt es nicht wenig an diesem intensiven Abend, der ohne große Aktionen auskommt. [...] Ein atemberaubender Abend, der nie spekulativ ist, einen aber aufgewühlt, tief betroffen und sehr nachdenklich zurücklässt.“ (Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 16. Oktober 2016)
 
„Beim Steirischen Herbst hatte 'Empire', der finale Teil von Milo Raus Trilogie, seine österreichische Erstaufführung. Intelligent gemacht - und rührend. [...] Die zwei Stunden, die vor allem aus Erinnerungen bestehen, mit sanfter Musik (Eleni Karaindrou) untermalt, illustriert durch Bilder und Filmsequenzen, gehen zu Herzen. [...] Vier außergewöhnliche Schauspieler lassen tief blicken. Dominant ist Familiäres, erzeugt wird mit Innensicht Allgegenwart, diese Menschen verbergen ihre Schwächen nicht. Das Stück ist höchst intelligent inszeniert [...] Die Bekenntnisse wirken authentisch. Sie vereinnahmen den Zuseher, ziehen ihn auf die „richtige“ Seite der Geschichte. [...] Das beeindruckende Quartett findet sich im verheerten syrischen Ort al-Qamishli ein [...] Vier sympathische Menschen lassen die Zuseher kurz in ihren Lebensraum. Man rückt einander näher, im herbstlichen Graz, mitten in Europa.“ (Norbert Mayer, Die Presse, 16. Oktober 2016)
 
„'Empire' nennt der Schweizer Theaterautor und Regisseur Milo Rau den Schlussstein seiner von Kritik und Publikum gefeierten Europa-Trilogie. [...] So entsteht zwischen der kleinen Wohnküche und dem Publikum eine Intimität, die in den besten Momenten in den Bann zieht und Empathie hervorruft.“ (Martin Behr, Salzburger Nachrichten, 17. Oktober 2016)
 
„Milo Rau trifft mit 'Empire' den Nerv [...] Mittels Montage verwebt Rau die höchst unterschiedlichen Episoden aus Kindheitserinnerungen, Familientragödien, Gewalterlebnissen und schließlich Fluchtgeschichten zu einem homogenen, packenden Abend, der nach seinem Ende noch lange nachwirkt. [...] Die Berichte werden emotional, aber ohne Anflug von Wut erzählt [...] Hier geht es um konkrete Menschen, um wahre Begebenheiten, die durch die Personalisierung eine völlig andere Wirkung entfalten als jene Bilder, die tagtäglich in den Nachrichten über die Bildschirme flimmern.“ (APA, www.salzburg.com, 15. Oktober 2016)

„Milo Rau, der gefeierte Schweizer Theatermacher, gastiert dieses Wochenende mit seiner aktuellen Produktion 'Empire' in Graz und zeigt in einem würdigen Abschluss des steirischen herbsts ein vielstimmiges, bewegendes Porträt Europas. [...] Rau gilt mittlerweile als Superstar, als einer der Wichtigsten und Einflussreichsten im europäischen Theaterbetrieb. [...] Dieses Theater mag formal streng sein, ein reduziertes Erzähltheater, aber es ist eines, das - wie die Publikumsreaktionen in Zürich und Berlin beweisen - atemlos und betroffen macht, weil es mitreißt und bewegt.“ (Paula Pfoser, www.orf.at, 14. Oktober 2016)

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