F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig

Nikolaus Habjan, Simon Meusburger

Puppendesign Nikolaus Habjan

Zu Gast im Schauspielhaus Graz

Inhalt

Der Vater ist Alkoholiker, die Mutter nicht fähig, die Familie zu ernähren. So wächst Friedrich Zawrel auf. Kinderjahre in Kaisermühlen, Delogierung, Heim, schließlich Spiegelgrund, jene „Kinderfachabteilung“ des Deutschen Reiches, in der Euthanasiemorde an kranken und behinderten Kindern stattgefunden haben. Vom Anstaltsarzt Dr. Gross wird Zawrel – als „erbbiologisch und sozial minderwertig“ eingestuft – gequält, doch er kann aus der Anstalt fliehen. Erst im Jahr 2000 kommt es nach vielen Bemühungen Zawrels zum Gerichtsverfahren, das wegen der angeblichen Demenz von Gross eingestellt wird. Er kann sich an nichts mehr erinnern.

Auf ebenso packende wie berührende Weise arbeiten Nikolaus Habjan und Simon Meusburger in ihrem grandiosen Figurentheaterstück ein Stück österreichischer Geschichte auf. Die Inszenierung erhielt den Nestroypreis 2012 in der Kategorie Beste Off-Produktion.


Buch Nikolaus Habjan und Simon Meusburger Regie Simon Meusburger

Puppendesign Nikolaus Habjan

 

Ausstellungs-Tipp in der Kunsthalle Graz:

Die Kunsthalle Graz zeigt vom 8. bis 24. Februar „Die Puppen des Nikolaus Habjan“

Zu sehen sind die Puppen aus den Stücken: „Schlag sie tot“,  2008 |„Herr Karl", 2009 |„F. Zawrel - erbbiologisch und sozial minderwertig“, 2001 | „Schatten, Eurydike sagt“, 20013 | „Faust, der Tragödie erster Teil“, 2015

Die Ausstellungseröffnung findet am Donnerstag, den 8. Februar 2018, um 18.30 Uhr statt.
Einleitung: Wenzel Mracek

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 16.00 bis 19.00 Uhr, Samstag: 13.00 bis 17.00 Uhr
(An Feiertagen geschlossen.)

Pressestimmen

„Die Odyssee von Friedrich Zawrel ist eigentlich unbeschreiblich. Und doch wagten es Nikolaus Habjan und Simon Meusburger. Und wie! […]Habjan erweist sich mit seinen Klappmaulpuppen als so fabelhafter wie wandelbarer Solist. Der erst 26-jährige Grazer zaubert aus den Erinnerungen eines Mannes, den das Schicksal drosch, aber nicht brach, ein ins Herz und Hirn und unter die Haut gehendes Stück Zeitgeschichte, das nun auch im randvollen Schauspielhaus erst für Beklemmung, dann für minutenlange Standing Ovations sorgte.“

(Michael Tschida, Kleine Zeitung, 9. März 2014)

TERMINE
Sa, 26. Jän 19:00 - 21:00
Sa, 18. Mai 19:30 - 21:30
Di, 21. Mai 10:30 - 12:30
ORT & DAUER
HAUS EINS
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
BESETZUNG
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HAUS EINS

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