Frau Ada denkt Unerhörtes

Österreichische Erstaufführung

Martina Clavadetscher

Inhalt

PREMIERE im Mai 2020

Sie hat den Grundstein für die Unterscheidung von Hard- und Software gelegt, wird als erste Programmiererin der Welt bezeichnet und gilt bis heute als Visionärin einer computerisierten Zeit, in der Rechenmaschinen nicht bloß verlässlich Zahlen ausspucken, sondern auch komplexe Musikstücke komponieren können: Ada, Gräfin Lovelace (1815 – 1852). Dabei war die viktorianische Ära, in die Ada als einzige eheliche Tochter Lord Byrons geboren wurde, nicht eben dafür bekannt, klugen und neugierigen weiblichen Geistern sonderlich viel Raum zu gewähren. Die Naturwissenschaften galten als ein für Frauen verbotenes, gar überforderndes Terrain. Dementsprechend dauerte es mehr als 100 Jahre, bis Alan Turing während seiner Arbeit an der Entschlüsselung der Enigma-Chiffriercodes die Schriften Lovelaces wiederentdeckte und den Ideen ihrer Verfasserin zu dem Ansehen verhalf, das ihnen gebührt.

Martina Clavadetschers Zweiakter entführt uns nicht nur auf verspielte Art und Weise in die Lebens- und Denkwelt der „Countess of Computing“ im 19. Jahrhundert. Die Autorin reflektiert darin gleichzeitig klug die Mathematik, die unser aller Leben zugrunde liegt und mehr und mehr unsere Zukunft bestimmen wird – glaubt man jenen Forscher*innen, die die umfassende Digitalisierung vieler Lebensbereiche sowie den Siegeszug einer künstlichen Intelligenz vorhersagen. Denn, das wusste Ada Lovelace nur zu gut, der Mathematik wohnt eine ungeheuerliche Kraft inne, die radikale Veränderungen hervorbringt und zum Teil nur schwer zu kontrollieren ist.

Formbewusst und mit theatralem Gespür spannt die Schweizer Autorin den Bogen von der Epoche der düsteren Romantik von Mary Shelleys Frankenstein bis in unsere digitalisierte Gegenwart. Dabei verbindet sie die bekannte Alpensage um das „Sennentuntschi“, einer plötzlich zum Leben erwachenden Puppe, mit dem menschlichen Trieb zur Selbstoptimierung und dem Forscherdrang zur Konstruktion künstlicher Intelligenz im 21. Jahrhundert. Es inszeniert die Engländerin Lily Sykes, die in den vergangenen Spielzeiten mit Lessings „Nathan der Weise“ und Shakespeares „Romeo und Julia“ zwei Klassiker auf die Bühne des Schauspielhauses brachte.

REGIE Lily Sykes
DRAMATURGIE Martin Baasch

Angebote von SCHAUSPIELHAUS AKTIV

MITREDEN Theaterdialog im Juni 2020;
Zugabe im Frühling 2020;
ÖH-Stückgespräch im Mai 2020
MITLERNEN Nachbereitung

ORT & DAUER
HAUS ZWEI
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Medien