Menschen mit Problemen, Teile I bis III

UND JETZT: DIE WELT! / UND DANN KAM MIRNA / NACH UNS DAS ALL
von Sibylle Berg

Inhalt

Um die Jahrtausendwende war die Zukunft ein großes, buntes Versprechen. Und manche waren damals jung und erfinderisch: In ihrer WG-Küche brauen vier Studentinnen selbstgekochtes Viagra zusammen, das sie im Internet verkaufen, machen Yoga und Zumba und verwirklichen sich in Mode-Blogs. Der erste Teil der Trilogie, von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum deutschsprachigen Stück des Jahres 2014 gewählt, ist ein Porträt über die Generation 20 +, die nicht weiß, wofür sie kämpfen soll, während draußen die Welt darauf wartet, dass sich etwas Großes ereignet.

Zehn Jahre später sind aus den jungen Frauen Mütter geworden, die sich alleinerziehend recht prekär durchs Leben schlagen. Aber auch mit Mitte 30 sind sie voller Ideale, Träume und Sehnsüchte: ein Umzug aufs Land zum Beispiel, zum Aufbau einer ökologisch korrekten Freundinnen-Kommune. Irritierenderweise aber legt der pubertierende Nachwuchs einen spätkapitalistischen Überlebenswillen an den Tag, der eigene Ziele verfolgt, die nicht mit denen der Mütter identisch sind.

Eine weitere Dekade später, inzwischen sind die Kinder aus dem Haus, träumen die Frauen davon, den Planeten gleich ganz zu verlassen und auf dem Mars einen neuen Staat zu gründen. Leider mit ein paar Männern. Was dumm ist, denn damit nimmt man seine ganzen alten Probleme doch irgendwie wieder mit. Und wenn am Ende gefragt werden wird: „Was habt Ihr gemacht, während die Welt unterging?“, werden sie wohl antworten müssen: „Wir haben über Beziehungen geredet.“

Sibylle Berg, in der DDR geborene und in Zürich lebende Autorin, schreibt über Menschen, die in jedem Lebensjahrzehnt, in jeder Epoche und so auch in der Zukunft vor neuen Herausforderungen stehen. Humor, Melancholie und hohe Pointendichte: Die Autorin gibt in dieser zwischen 2013 und 2017 entstandenen Trilogie einem Lebensgefühl Ausdruck, das die Misere der Welt glasklar erkennt, ätzend benennt und doch nichts ändern kann. Das ist sehr traurig. Und rasend komisch.

„Menschen mit Problemen I-III“ von Sibylle Berg ist als E-Book erschienen. Mehr dazu hier 

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Pressestimmen

„Regisseur Franz-Xaver Mayr, bekannt für formstarke Arbeiten [...] ordnet die Textflut in einer strengen Sprechperformance an, die vergnüglich abschnurrt. [...] In einem spiegelglatten weißen Kunststoffraum von Korbinian Schmidt, fern sozialrealistischer Assoziationen, schießen die makellosen Performerinnen in eleganten Theaterkleidern (Lara Sienczak, Ninja Reichert, Evamaria Salcher, Tamara Semzov) ihre Satzgeschwader hinaus. [...] Als Kontrapunkt fungieren die abwesenden Väter oder Freunde (Raphael Muff, Pascal Goffin), bewaffnet mit nichts als einer Mandoline. Auch hier legt es die Regie an, die Texte meisterlich zum Glänzen zu bringen: famose Chorpassagen, präziser Staffellauf der Stimmen. [...] Ein auch seiner szenischen Geschliffenheit wegen reich beklatschter Abend.“ (Der Standard, Margarete Affenzeller, 02.04.19)

„Das einen diese Textlawine im Haus Zwei nicht vollends unter sich begräbt, liegt an der stimmigen Regie von Franz-Xaver Mayr und einem hinreißenden Ensemble. [...] Regisseur Franz-Xaver Mayr hat daraus [aus der Trilogie von Sibylle Berg, Anm.] einen knapp dreistündigen Abend gebastelt, der dem Publikum zwar einiges an Konzentration abverlangt, es aber auch mit gut platzierten Pointen und witzigen Einfällen unterhält. [...] Im weiten weißen Raum von Korbinian Schmidt sind die aufwändigen Kostüme Michaela Flücks die einzigen Farbtupfer. Da braucht es schon tolle Schauspieler, um den Weisheiten, aber auch mancher Plattitüde Leben einzuhauchen. Mit Lara Sienczak, Ninja Reichert, Evamaria Salcher, Tamara Semzov sowie Pascal Goffin und Raphael Muff in den wenig dankbaren Männerrollen gelingt das perfekt.“ (Kronen Zeitung, Michaela Reichart, 31.03.19)

„Franz-Xaver Mayr setzt bei seiner Inszenierung von ‚Menschen mit Problemen, Teile I bis III‘ vor allem auf den sprachlich starken Text von Sibylle Berg. Das wird durch die Fokussierung auf die Darsteller unterstrichen, die in ihren bunten Kostümen aus dem weiß-sterilen Bühnenraum hervorstechen. [...] Reime und Rhythmik verleihen dem Ganzen Emotionen und machen die erste Hälfte des Abends zum Genuss, sich darüber zu sorgen, dass man ‚die Arbeit macht, um zu überleben‘ und feststellen muss: ‚Leben kann’s so keines geben.‘ [...] Der rhythmisch clever gestaltete Text mit den Tempowechseln und Chorpassagen hält die Spannung aufrecht.“ (Kleine Zeitung, Teresa Guggenberger, 31.03.19)

„In einer großartigen Inszenierung von Franz-Xaver Mayr imponiert Lara Sienczak im ersten Teil. Aber auch in den beiden folgenden Teilen überzeugt sie zusammen mit Evamaria Salcher, Ninja Reichert, Raphael Muff, Pascal Goffin und natürlich Tamara Semzov. Die beinahe dreistündige Premiere wurde mit tosendem Applaus belohnt und lässt den Besucher nachdenklich zurück.“ (dorfzeitung.com, Matthias Traintinger, 31.03.19)

TERMINE
Fr, 29. Mär 19:00 - 22:00
PREMIERE
Fr, 28. Jun 19:00 - 22:00
Do, 31. Okt 19:00 - 22:00
ORT & DAUER
HAUS ZWEI
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Dauer: ca. 3 Stunden, eine Pause
BESETZUNG
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Medien