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Audioeinführung „Romeo und Julia“

Romeo und Julia

William Shakespeare
Aus dem Englischen von Frank-Patrick Steckel

Inhalt

„Der Fluss der wahren Liebe floss nie sanft“, stellt Lysander am Beginn von „Ein Sommernachtstraum“ ernüchtert fest. Während seine Beziehung mit Hermia nach vielen, mitunter auch quälenden Irrungen im Wald von Theben am glücklichen Ende doch Bestand behält, hat William Shakespeare, beziehungsweise das Schicksal, mit zwei anderen jungen Liebenden etwas ganz anderes im Sinn. Dabei beginnt auch „Romeo und Julia“, kurz nach dem „Sommernachtstraum“ entstanden und nah mit ihm verwandt, fast komödienartig. Der schwärmerische junge Montague, Romeo, trifft auf einem Fest der Capulets, einer verfeindeten Familie, auf die Tochter des Hauses und verliebt sich heftig in sie. Nach diesem schicksalhaften Zusammentreffen will der Heißsporn, bis dahin eher selbstverliebt und noch mächtig grün hinter den Ohren, aus dem Automatismus von Gewalt und Gegengewalt der Familienfehde aussteigen. Jedoch die Welt um ihn herum lässt das nicht zu. Mit dem Tod Mercutios und Tybalts driftet das Stück unaufhaltsam in die Tragödie.

Aus grauer Vorzeit stammende Rivalität verfeindeter Clans, männliches Imponiergehabe und Streitlust stehen dem Glück zweier Menschen im Wege, und dennoch schweißt all das sie nur umso fester zusammen. Was Romeo und Julia verbindet und sie am Ende sogar freiwillig in den Tod gehen lässt, ist nicht nur zum Ideal romantischer Liebe geworden, es ist auch ein Hoffnungsschimmer für die Gesellschaft. Das Prinzip von Auseinandersetzung und Krieg fordert große Opfer, wird aber schlussendlich doch durch die Liebe und, so will es die Tragödie von Schicksal und Zufall, den Tod zu Fall gebracht und führt zu später Versöhnung.

„Romeo und Julia“ ist und bleibt die berühmteste Liebesgeschichte, die je für eine Bühne geschrieben wurde. Seit seiner Uraufführung um 1596/7 hat Shakespeares frühes Meisterwerk in unzähligen Inszenierungen das Publikum in seinen Bann gezogen, unterhalten und zu Tränen gerührt. Im 400. Todesjahr des britischen Dichters wird seine Landsfrau Lily Sykes die Liebes-Tragödie inszenieren. Am Schauspielhaus Graz hatte sich Sykes im vergangenen Jahr mit dem von der Kritik vielbeachteten Abend „Cactus Land“ dem Publikum vorgestellt.

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Pressestimmen

„Sykes' schnörkellose, düstere Inszenierung hat mit Julia Gräfner eine frisch gebackene Nestroy-Preisträgerin als starke Julia; ebenso packend ist aber auch Raphael Muff als „Romeo“. (www.steiermark.orf.at, 18. November 2016)


„Shakespeares Romeo und Julia am Grazer Schauspielhaus übertrifft sämtliche Erwartungen. [...] Die berühmteste Liebesgeschichte der Welt vermag noch immer zum Lachen zu bringen und zu Tränen zu rühren – wenn sie so inszeniert wird wie von Lily Sykes und gespielt von einem großartigen Ensemble. Wer, wenn nicht Julia Gräfner sollte die Julia sein? Bereits in der letzten Saison brillierte sie in einem Stück von Shakespeare (und nicht nur) dort: als Caliban im Sturm. Für diese Leistung erhielt sie den Nestroypreis 2016, und sie gilt als großes Nachwuchstalent. Nun also Julia Capulet – und was für eine Julia! [...] Gräfner spielt sie so, wie ein 14-jähriges, unsterblich verliebtes Mädchen eben ist: aus dem Häuschen, rastlos, schwärmend. Vor Sehnsucht und Ungeduld wälzt sie sich am Boden, rauft sich die Haare und zerbricht sich den Kopf, seufzt, kann nicht stillsitzen und vermittelt mit diesem höchst authentischen Verhalten große Gefühle [...] Raphael Muff ist ein wundervoller, liebender Romeo. [...] Temperamentvoll und energiegeladen sind Benvolio (Nico Link), Mercutio (Henriette Blumenau) und Tybalt (Clemens Maria Riegler), Franz Solar spielt den hartherzigen Graf Capulet. [...] kaum Kulissen, aber Tricks wie Falltüren und Hebebühnen, die dem Spiel zusätzliche Dynamik verleihen. Schwarz und weiß, Licht und Dunkelheit sind die wichtigsten und sehr wirkungsvollen Gestaltungsmittel. Außerdem bleibt so genug Raum für den Text, der zu den schönsten der Weltliteratur zählt, und für die Schauspieler, die diese Geschichte in einer Weise präsentieren, die den langen Applaus mehr als verdient hat.“ (kultrefgraz.wordpress.com, 19. November 2016)


„Gräfner hat [...] einen schönen, satten, melodischen Ton und einige köstliche Momente als mürrisch-aufmüpfige Pubertierende [...] Clemens Maria Riegler bezaubert mit wahrhaftiger Verzweiflung über den Verlust Julias, seiner Gespielin aus Kindertagen [...] Franz Solar überzeugt als kantig-weiser Pfarrer [...] Noch toller ist Solar als alter Capulet“ (Barbara Petsch, Die Presse, 21. November 2016)


„Abgespeckt präsentiert sich das Original, im Gegenzug aber mit fast unbändiger Spielfreude angereichert mit surrealen Elementen, Lichtspielen und Musik. So wird denn auch die Bühne dominiert durch Stahlgerüste, eine Badewanne dient als Vielzweck-Gebrauchsmöbel, das auch als Alternativmodell für Balkonszenen gute Figur macht. [...] Julia Gräfner als Julia steht temperamentvoll, frech, schlagfertig und emanzipiert im Hier und Jetzt“ (Werner Krause, Kleine Zeitung Nachtkritik, 19. November 2016)


„'Romeo und Julia' im Schauspielhaus Graz. Unkonventionell und originell [...] Symbolreich aufbereitet durch etliche Metallstreben, auf der Bühne in strenger, raffinierter Geometrie angeordnet, mit etlichen Neonleuchten angereichert, ideal also für zahlreiche Lichteffekte. [...] Souverän, markant und nicht nur sprachlich absolut trittsicher gespielt von Henriette Blumenau, die zu einer dominanten Figur in dieser Zeitreise durch die Jahrhunderte wird [...] Julia Gräfner spielt die Julia [...] Dass sie weitaus mehr als eine Wortakrobatin ist, beweist sie erneut eindrucksvoll.“ (Werner Krause, Kleine Zeitung, 20. November 2016)


„Dass sie aus Romeos bestem Freund Mercutio eine attraktive Frau macht, verleiht den Konstellationen zusätzlich Spannung. Dieses Aufeinanderprallen von Menschen, die nach Liebe gieren, setzt Sykes gemeinsam mit Bühnenbildnerin Jelena Nagorni in einen [...] sehr eindringlichen Raum [...] Die Kostüme (Lena Schmid) von Romeo und Julia unterstreichen diesen Schwarzweiß-Effekt, umso prächtiger die bunten Gewänder der Nebenrollen.“ (Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 20. November 2016) 


„Man wartet auf Julia, und sie kommt in Gestalt der vielversprechenden Julia Gräfner [...] Ihre Julia ist ein rotzfreches Mädchen, das man ihr abnimmt.“ (Colette M. Schmidt, Der Standard, 21. November 2016)


„Nico Link (Benvolio) und Henriette Blumenau (Mercutio) sind ein wildes, kämpfendes und küssendes Gespann [...] Franz Solar (Capulet/Lorenzo) ist in beiden Rollen ein starker Typ. Babett Arens ist eine überzeugende Lady Capulet und eine [...] liebenswerte Lorenzina.“ (www.tt.com, APA, 19. November 2016)

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