The Who and the What

Ayad Akhtar
Deutsch von Barbara Christ

Inhalt

„The Who and the What“ lautet der Titel des Buches, an dem die emanzipierte junge Muslimin Zarina schreibt. Darin beschäftigt sie sich kritisch mit dem Koran, dem Bild des Propheten und der Rolle der Frau im Islam. Ihr Vater Afzal hat allerdings wenig Verständnis für ihre Lesart seines Glaubens. Seit dem frühen Tod seiner Ehefrau versucht er, Zarina und ihre jüngere Schwester Mahwisch in den USA nach den Idealen seiner Herkunft zu erziehen. Und seiner Tradition zufolge kann die jüngere Tochter erst dann ihren Freund heiraten, wenn auch die ältere unter der Haube ist. Diese beschäftigt sich jedoch lieber mit Gender Studies und so greift der Vater zu einem unkonventionellen Trick: Heimlich erstellt er ein Profil von Zarina auf einer muslimischen Ehepartnerbörse. Doch bevor er die Kandidaten seiner Tochter vorstellt, prüft er sie persönlich auf Herz und Nieren. Eli, ein zum Islam konvertierter Amerikaner, besteht den väterlichen „Ehetauglichkeitstest“. Doch als Afzal diesen seiner Tochter als geeigneten Schwiegersohn vorschlägt, ist sie außer sich. Dennoch lässt sie sich auf ein Treffen mit ihm ein und muss feststellen, dass ihr Vater durchaus das richtige Gespür hatte. Genau wie sie ist Eli ein kritischer Intellektueller, der Glaube und Religion hinterfragt und sie dazu ermutigt, ihr Buch fertigzustellen. Doch als ihr Vater das Manuskript findet, kommt es zu einer Zerreißprobe für die Familie …

„The Who and the What“ – das Ayad Akhtar nach „Geächtet“ schrieb – ist ein Stück über Bruchlinien innerhalb einer muslimischen Familie im heutigen Amerika. Gender Studies sind nicht nur in der muslimischen Welt „bedrohlich“ für die bestehende Gesellschaftsordnung; auch in der westlichen Religion ist Gott männlich besetzt. Doch wer weiß das schon, und wieso gehen wir einfach davon aus, dass es so ist? Die muslimische Protagonistin kämpft dafür, dass sie solche Fragen stellen darf und zeigt ihre weibliche Sichtweise auf den Propheten Mohammed.

Pressestimmen

„Henriette Blumenau gelingt es, Zarinas inneren Konflikt zwischen familiärer Loyalität und intellektueller Getriebenheit auszuleuchten. Als leicht aus der Zeit gefallener Patriarch Afzal setzt Stefan Suske tragikomische Akzente. Als Eli, den der Zwiespalt von Glaube und Liebe fast aus der Kurve trägt, rührt Nico Link, der braven Tochter Mahwish gibt Tamara Semzov Kontur. Rauschender Applaus für das gesamte Team. (Kleine Zeitung, Ute Baumhackl, 1. Juni 2018)

„Sein Handwerk versteht der pakistanischstämmige US-Autor und Dramatiker Ayad Akhtar perfekt. Wie schon mit ‚Geächtet‘ legt er auch mit ‚The Who and the What‘ ein Theaterstück vor, das auf vielen Ebenen begeistert. Regisseur Jan Stephan Schmieding hat im Grazer HAUS ZWEI eine ideale Umsetzung dafür gefunden. […] Hier passt einfach alles: der intime Rahmen im HAUS ZWEI des Schauspielhauses, wo man das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein, die zurückgenommene, filmschnitthafte und dadurch sehr kurzweilige Inszenierung Schmiedings, ein perfekt aufeinander eingestimmtes Ensemble und natürlich ein großartiger Text. […] als wunderbar manipulativer Patriarch beeindruckt Stefan Suske. […] Henriette Blumenau zeigt die Zarina als eine Persönlichkeit mit vielen unterschiedlichen Facetten. Tamara Semzov ist als Mahwish weit mehr als nur ein Nebenschauplatz im großen Konflikt. Und auch Nico Link als Eli […] überzeugt mit Vielschichtigkeit. Akhtar bringt nicht nur eine Reihe von Problemen in geschliffenen Dialogen zur Sprache, er erzeugt auch einen faszinierenden Spannungsbogen, der von Regisseur Schmieding, Bühnenbildner Frank Holldack, Kostümbildnerin Tanja Kramberger und dem Ensemble mit großem Einsatz gespannt wird.“ (Kronen Zeitung, Michaela Reichart, 1. Juni 2018)

„Die einzelnen Positionen, die pars pro toto für die muslimische Bevölkerung weltweit angesehen werden können, arbeitet Akhtar nicht nur intelligent, sondern packend und teilweise auch höchst amüsant heraus. Zarina – herausragend gespielt von Henriette Blumenau – lässt weder Dogmen gelten, noch sich mit Interpretationen abspeisen, die dem Patriarchat in die Hände spielen. […] Jan Stephan Schmieding arbeitet in seiner Regie die einzelnen Charaktere psychologisch nachvollziehbar heraus. […] Ein Stück mit jeder Menge Diskussionspotential, nicht nur unter muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.“ (www.european-cultural-news.com, Michaela Preiner, 6. Juni 2018)

TERMINE
Di, 25. Sep 20:00 - 21:25
Mi, 17. Okt 20:00 - 21:25
Sa, 20. Okt 20:00 - 21:25
Sa, 03. Nov 20:00 - 21:25
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ORT & DAUER
HAUS ZWEI
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Dauer: ca. 1 Stunde 25 Minuten, keine Pause
BESETZUNG
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HAUS ZWEI

Ein Leben, das 300 Jahre dauert. Ein kurzweiliger Theaterabend, der 200 Roman-Seiten wie im Flug vergehen lässt. Es inszeniert Jan Stephan Schmieding.

HAUS EINS

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