Audioeinführung „Trümmerfrauen, Bombenstimmung“

Trümmerfrauen, Bombenstimmung

Uraufführung


Ein musikalischer Theaterabend


Regie und Musik Sandy Lopičić

Inhalt

Am Anfang waren das Nichts, ein Haufen Gerümpel, Körper und – Atem. Aus Atem wird Stimme, wird Rhythmus, wird Melodie, wird Musik. Musik wird Lied, transportiert Emotionalität und eine Botschaft. Die Botschaft? Das Leben des Menschen ist fragil, es lebe das Leben!


Neun Menschen machen Musik aus und mit dem, was sie umgibt und schaffen aus dem Nichts eine Welt voller Klang. Stimme und Begleitung verschmelzen: Manche spielen das, was man gemeinhin ein „Instrument“ nennt, andere erfinden sich Klangkörper aus dem Gerümpel des Alltags, den Trümmern der Vergangenheit. Es reihen sich Lieder aneinander, die assoziativ zwischen den Polen von Chaos und Ordnung, Zerstörung und Erschaffung, Krieg und Frieden agieren.


Das energetische, feierfreudige, bisweilen fröhliche Moll, das den meisten Liedern dieses Theaterabends zugrunde liegt, ist der musikalischen Herkunft des Musikers und Regisseurs Sandy Lopičić geschuldet. Bekannt ist dieser für seine Versuche, den Balkansound der Heimat seiner Eltern auf immer neue kunstvolle Weise zu interpretieren. Hier erweitert er diesen Sound noch in eine weitere Dimension und macht aus szenischen Vorgängen Musik.


In Graz ist Lopičić kein Unbekannter: Legendär ist beispielsweise seine Version der Musik von Tom Waits‘ „Black Rider“, die er vor 20 Jahren im Schauspielhaus vorstellte. Seitdem ist er zunehmend auch als Regisseur tätig und hat nun gemeinsam mit drei Musikern und einer Musikerin, vier Schauspielerinnen und einem Schauspieler einen poetisch schwebenden Theaterabend mit Musik erarbeitet, in dem kraftvolle musikalische und humorvolle szenische Momente die Schönheit und Verletzlichkeit des Lebens feiern.

 


Mehr zu „Trümmerfrauen, Bombenstimmung“ am SCHAUSPIELHAUS GRAZ BLOG:

Der Countdown bis zur Uraufführung mit exklusiven Einblicken in die Proben


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Pressestimmen

„Sandy Lopičić hat es mit seinem musikalischen Abend über den Krieg geschafft, das Publikum von den Sesseln zu reißen. [Er] hat bei der Auswahl der Songs, mit denen er an diesem Abend vor allem die Geschichte der Frauen in kriegerischen Zeiten erzählt, aus dem Vollen geschöpft. Von Hubert von Goisern bis Bertolt Brecht und Kurt Weill, von Herbert Grönemeyer bis Sting, von Amanda Palmer bis zu den Andrews Sisters, von Georg Kreisler bis hin zu Heintjes ‚Mama‘ reicht der Bogen, der diese energiegeladene Revue in Moll umspannt. […] Mit seinem Ensemble hat Sandy Lopičić einen Glücksgriff getan. Die fünf hervorragend singenden SchauspielerInnen […] und die vier MusikerInnen, die auch darstellerisch glänzen, […] bilden eine wunderbare Einheit aus Rhythmus, Klang, Stimme, Spiel. Hier werden mit kleinen Gesten und Blicken große Geschichten vermittelt, hier versteht man, was die Musik erzählt. […] Ein Abend, der trotz des tristen Themas ungemein viel Lebensfreude versprüht.“ (Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 17. Jänner 2016)


„Standing Ovations und mehrere Zugaben: Am Theater ist sowas nicht normal. Oder vielleicht doch, wenn der Musiker und Regisseur Sandy Lopičić einen musikalischen Abend um Verlust, Sehnsucht, Neubeginn inszeniert. ‚Trümmerfrauen, Bombenstimmung‘ heißt das knapp zweistündige, fulminante Stück. […] Lopičić kommt dabei fast ohne Worte aus und erzählt dennoch enorm beredt von den Sehnsüchten der von Leben und Krieg Versehrten. […] Die Schauspieler [und] die Musiker […] verschmelzen zu einem hinreißend aufspielenden und aufsingenden Ensemble, das am Schluss kaum von der Bühne gelassen wird.“ (Ute Baumhackl, Kleine Zeitung Nachtkritik, 15. Jänner 2016)


„Lopičić mischt mit Gespür das Allerbekannteste mit dem weniger Geläufigen und das Heitere mit dem Melancholischen. Nostalgie kommt selten auf, der Schrecken bleibt präsent, auch wenn „Che sera, sera“ oder „Bei mir bistu shein“ geträllert wird. […] Das Ensemble ist grandios und lebendig: Henriette Blumenau, Clemens Maria Riegler, Silvana Veit, Susanne Konstanze Weber. Auch die Musiker sind wunderbar: deeLinde, Raphael Meinhart, Sašenko Prolić und Helmut Stippich. Das Publikum dankte mit Standing Ovations […] Fast könnte man behaupten, dass hier das beliebte Format des bunten Abends, ohne das Genre zu verraten, neu erfunden wurde, angereichert mit enormem Einfallsreichtum in vielen Details.“ (Barbara Petsch, Die Presse, 17. Jänner 2016)


„Groß aufspielendes Ensemble in feurigem Moll: Mit Sandy Lopičićs ‚Trümmerfrauen, Bombenstimmung‘ sollte dem Grazer Schauspielhaus ein Publikums-Hit geglückt sein. […] Alles ist Spielzeug, Instrument in diesem von Vibeke Andersen famos eingerichteten Nostalgieraum. […] Außerordentlich aber wird der Abend durch die musikalischen Leistungen des Ensembles. Sagenhaft, wie federnd die fünf Darsteller […] hier gesanglich und instrumental mit den Musikern deeLinde, Raphael Meinhart, Sašenko Prolić und Helmut Stippich interagieren, wie scheinbar anstrengungslos Cello, Orgel und Gitarre, Topfdeckel, Kaffeemühle und ein höchst kurioser Flötenluster zusammenklingen. Dass hier feurig in fröhlichem Moll musiziert wird, dass Lopičić keinerlei falsche Scham im Umgang mit dem Pathos kennt, verstärkt die Eindringlichkeit dieser impressionistischen Gefühlsoper. […] Standing Ovations für die ganze Besetzung.“ (Ute Baumhackl, Kleine Zeitung, 17. Jänner 2016)


„Mit ihrem musikalischen Abend aus Liedern, Songs und Chansons, die die fatalistisch-anarchische Stimmung im Morgengrauen nach dem großen Krieg umkreisen, haben Lopičić und Team einen Nerv getroffen: die Sehnsucht nach einem Moment großer Unterhaltungskunst. Ein solcher […] trifft direkt ins Herz. […] Dafür sorgen hier allen voran Henriette Blumenau, Silvana Veit und Susanne Konstanze Weber, die den Abend als unprätentiöse Solistinnen zusammenhalten – jede ist auf ihre Weise großartig. Unterstützt werden sie von Margarete Tiesel, Clemens Maria Riegler und einer erstklassigen Mini-Band der Multiinstrumentalisten.“ (Hermann Götz, Falter, 27. Jänner 2016)


„Bei der Uraufführung am Freitag Abend wurden die Bilder von Sehnsucht, Hoffnung, aber auch Lebenshunger der Frauen im und nach dem Krieg mit viel Beifall bedacht. […] Nicht nur Schmerz und Verlust werden in kurzen Szenen thematisiert, auch der unbändige Lebenswille.“ (Karin Zehetleitner, APA, 16. Jänner 2016)


„Lebensfreude statt Ohnmacht scheint die Devise von ‚Trümmerfrauen, Bombenstimmung‘ zu lauten. […] Die Gesangsleistungen der Mimen überraschen positiv, aus dem gut eingespielten und motivierten Ensemble ragen Margarethe Tiesel, Henriette Blumenau und Silvana Veit heraus. Sašenko Prolić und deeLinde sind coole Musiker.“ (Martin Behr, Salzburger Nachrichten, 17. Jänner 2016)

ORT & DAUER
HAUS EINS
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Dauer: ca. 1 Stunde, 40 Minuten
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HAUS EINS

Darf es wieder eine Inszenierung von Sandy Lopičić sein? Das Stück von Silke Hassler und Peter Turrini zeigt, dass Theater und Musik die Realität für einen Moment aufheben können.

Medien
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