Vögel

Wajdi Mouawad

ÜBERSETZT VON ULI MENKE

Inhalt

Eitan Zimmermann, ein junger Genetiker aus Berlin, verliebt sich in die arabischstämmige New Yorkerin Wahida – wohl wissend, dass seine Eltern diese Verbindung nicht gutheißen werden. Denen ist ihre jüdische Herkunft überaus wichtig. Eitans Vater ist Kind eines Holocaust-Überlebenden, seine Mutter hatte erst spät von ihrer jüdischen Abstammung erfahren, da in der DDR alles der Doktrin des Kommunismus untergeordnet wurde; umso wichtiger ist sie ihr geworden. Nach dem missglückten Abendessen mit seiner Familie analysiert Eitan das Genmaterial seiner Verwandten und findet heraus, dass nichts so ist wie es scheint. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, fliegt er nach Tel Aviv zu seiner unbekannten Großmutter, die sowohl ihren Mann, Eitans Großvater, als auch ihr Kind, seinen Vater, vor 35 Jahren zum letzten Mal sah. Und die wissen muss, wie alles zusammenhängt …

Vögeln in der Luft gleich suchen die Figuren einen Platz zum Landen: ein Narrativ, eine Heimat, Abstammung, Ideologie oder Religion, um so etwas wie Zugehörigkeit zu fühlen. Thesen treffen aufeinander: hier der Sohn, der als Wissenschaftler weiß, dass Gefühle nicht auf zellulärer Ebene vererbt werden können; dort der gläubige Vater, der eine Jahrtausende alte Verbindung zum Leid der Vorväter fühlt; hier die Mutter, die als Psychoanalytikerin und aus Erfahrung weiß, dass die erste große Liebe meist nicht die letzte ist; dort die Großeltern, die erfuhren, dass auch aus Liebe Schmerz entstehen kann. Und dazwischen die Arabistin Wahida, die Nachforschungen über einen Diplomaten anstellt, der im 16. Jahrhundert zum Christentum konvertierte.

Der im Libanon geborene, frankokanadische Autor Wajdi Mouawad, der gegenwärtig in Paris das Théâtre national de la Colline leitet, hat ein hochspannendes, hochemotionales Familiendrama geschrieben, das zwischen den USA, Deutschland und Israel spielt, vom Schicksal deutscher Jüdinnen und Juden erzählt und die unlösbar scheinende Situation zwischen Israel und Palästina thematisiert. Er fragt darin: Was konstituiert die Identität des Menschen? Und was bedeutet ein Leben zwischen zwei Herkünften? Genau der richtige Stoff für Sandy Lopičić, der am Schauspielhaus bereits mehrfach bewiesen hat, dass er einen besonderen Zugang zu dem komplexen Thema Krieg und Zwist zwischen Völkern hat. Als Regisseur und Musiker inszeniert er Theaterabende, die auf die Emotionalität der Geschichte vertrauen.

Angebote von Schauspielhaus Aktiv

MITREDEN
ÖH Stückgespräch am 5. Februar
Theaterdialog am 12. Februar
Vorbereitender Workshop (Termin auf Anfrage)

Theaterpädagogik: Viola Novak

 

TERMINE
Fr, 31. Jän 19:30
PREMIERE
Di, 04. Feb 19:30
Mi, 05. Feb 19:30
Mi, 12. Feb 19:30
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ORT & DAUER
HAUS EINS
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
PREMIERE
31. Jänner 2020, HAUS EINS
BESETZUNG
REGIE UND MUSIK
Sandy Lopičić
BÜHNE UND KOSTÜME
Vibeke Andersen
DRAMATURGIE
Karla Mäder
EITAN ZIMMERMANN
Frieder Langenberger
DAVID, SEIN VATER
Mathias Lodd
NORAH, SEINE MUTTER
Susanne Konstanze Weber
ETGAR, SEIN GROßVATER
Gerhard Balluch
LEAH KIMHI, SEINE GROßMUTTER
Beatrice Frey
AL-HASAN AL WAZZAN
Hayder Wahab
EDEN, EINE SOLDATIN
Anna Szandtner
ARZT, TV-ANSAGER, RABBINER
Nico Link
WIR EMPFEHLEN IHNEN
HAUS EINS

Macbeth ist einer der berühmtesten Könige der Dramengeschichte. Was treibt ihn auf seinem blutigen Pfad? Ist es Machtgier, die Ambitionen seiner Frau, die Prophezeiungen der drei Schicksalsschwestern? Es inszeniert Stephan Rottkamp, der mit „Der Sturm“ und „Maria Stuart“ bereits bildgewaltige Klassikerinterpretationen vorgelegt hat.

HAUS EINS

Ein weitgehend vergessenes Drama von Victor Hugo, das die Grundlage für Verdis berühmte Oper „Rigoletto“ bildete: Der Hofnarr des Königs von Frankreich tut sich durch seine witzig-bösen Kommentare hervor, sorgt sich aber gleichzeitig übervorsichtig um seine Tochter, die sich zu allem Überdruss in einen schönen jungen Mann verliebt. Für die Regie zeichnet Markus Bothe verantwortlich, der in Graz zuletzt mit der umjubelten Inszenierung von „Cyrano de Bergerac“ in den Kasematten einen Erfolg feierte.

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