Vögel

Wajdi Mouawad

ÜBERSETZT VON ULI MENKE

Inhalt

Aufgrund der aktuell getroffenen Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind wir gezwungen, alle Vorstellungen ab sofort bis voraussichtlich Anfang April abzusagen.

Den Wert von bereits gekauften Tickets für Veranstaltungen zwischen 10. März und Anfang April 2020 erhalten Sie über jene Vorverkaufsstelle, über die das Ticket gekauft wurde, in voller Höhe rückerstattet.

Wir danken für Ihr Verständnis!
Ihr Schauspielhaus Graz

 

Eitan Zimmermann, ein junger Genetiker aus Berlin, verliebt sich in die arabischstämmige New Yorkerin Wahida – wohl wissend, dass seine Eltern diese Verbindung nicht gutheißen werden. Denen ist ihre jüdische Herkunft überaus wichtig. Eitans Vater ist Kind eines Holocaust-Überlebenden, seine Mutter hatte erst spät von ihrer jüdischen Abstammung erfahren, da in der DDR alles der Doktrin des Kommunismus untergeordnet wurde; umso wichtiger ist sie ihr geworden. Nach dem missglückten Abendessen mit seiner Familie analysiert Eitan das Genmaterial seiner Verwandten und findet heraus, dass nichts so ist wie es scheint. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, fliegt er nach Tel Aviv zu seiner unbekannten Großmutter, die sowohl ihren Mann, Eitans Großvater, als auch ihr Kind, seinen Vater, vor 35 Jahren zum letzten Mal sah. Und die wissen muss, wie alles zusammenhängt …

Vögeln in der Luft gleich suchen die Figuren einen Platz zum Landen: ein Narrativ, eine Heimat, Abstammung, Ideologie oder Religion, um so etwas wie Zugehörigkeit zu fühlen. Thesen treffen aufeinander: hier der Sohn, der als Wissenschaftler weiß, dass Gefühle nicht auf zellulärer Ebene vererbt werden können; dort der gläubige Vater, der eine Jahrtausende alte Verbindung zum Leid der Vorväter fühlt; hier die Mutter, die als Psychoanalytikerin und aus Erfahrung weiß, dass die erste große Liebe meist nicht die letzte ist; dort die Großeltern, die erfuhren, dass auch aus Liebe Schmerz entstehen kann. Und dazwischen die Arabistin Wahida, die Nachforschungen über einen Diplomaten anstellt, der im 16. Jahrhundert zum Christentum konvertierte.

Der im Libanon geborene, frankokanadische Autor Wajdi Mouawad, der gegenwärtig in Paris das Théâtre national de la Colline leitet, hat ein hochspannendes, hochemotionales Familiendrama geschrieben, das zwischen den USA, Deutschland und Israel spielt, vom Schicksal deutscher Jüdinnen und Juden erzählt und die unlösbar scheinende Situation zwischen Israel und Palästina thematisiert. Er fragt darin: Was konstituiert die Identität des Menschen? Und was bedeutet ein Leben zwischen zwei Herkünften? Genau der richtige Stoff für Sandy Lopičić, der am Schauspielhaus bereits mehrfach bewiesen hat, dass er einen besonderen Zugang zu dem komplexen Thema Krieg und Zwist zwischen Völkern hat. Als Regisseur und Musiker inszeniert er Theaterabende, die auf die Emotionalität der Geschichte vertrauen.

Angebote von Schauspielhaus Aktiv

MITREDEN
ÖH Stückgespräch am 5. Februar
Theaterdialog am 12. Februar
Vorbereitender Workshop (Termin auf Anfrage)

Theaterpädagogik: Viola Novak

 

Pressestimmen

„Da brillieren Katrija Lehmann und Frieder Langenberger als ungelenkes junges Liebespaar […] ein exzellent geführtes Ensemble, das eindringliche Emotionalität und prägnante Menschenbilder liefert.“ (Kleine Zeitung / kleinezeitung.at, Ute Baumhackl, 02.02.2020)

„[…] die Schauspieler in Graz sind auch sehr überzeugend: Mathias Lodd spielt Eitans Vater David, Susanne Konstanze Weber seine Frau Norah, Gerhard Balluch bezaubert und berührt als Großvater Etgar […] Beatrice Frey gibt seine ehemalige Frau, Leah – mit für die Rolle passender Kantigkeit und mit beißendem Sarkasmus. […] Sehr schön ist das Bühnenbild von Vibeke Andersen […]  Eine großartige Aufführung voll Energie und Emotion. Das Premierenpublikum spendete begeisterten Applaus.“ (Die Presse am Sonntag / presse.com, Barbara Petsch, 02.02./01.02.2020)

„Sandy Lopičić hat das Stück im Grazer Schauspielhaus in wuchtigen Bildern inszeniert. […] inwieweit sich die Traumata der Geschichte in der DNA eines Einzelnen fest- und weiterschreiben, machen er [Anm. Sandy Lopičić] und Ausstatterin Vibeke Andersen in einem grandiosen Bühnenbild sichtbar […]“ (Kronen Zeitung / krone.at, Christoph Hartner, 02.02.2020)

„Der Intention des Autors nachzukommen, nämlich das Publikum aufzurütteln und zu berühren, dürfte mit dieser Inszenierung jedenfalls gelungen sein: Der Premierenapplaus fiel heftig und sehr lang aus.“ (APA, Andreas Stangl, 01.02.2020)

„Vibeke Andersen hat auf der Drehbühne eine faszinierende Architektur aus Stahlgittern, Neonröhren und Glasscheiben errichtet […] Mathias Lodd ist als David ein glaubwürdig Zerrissener […] Umso mehr vermögen Gerhard Balluch als gütiger Großvater Etgar und ganz besonders Beatrice Frey als gewitzte Großmutter zu berühren.“ (Kurier, Thomas Trenkler, 03.02.2020)

„Im Grazer Schauspielhaus hat der Musiker und Theatermann Sandy Lopičić, selbst ein deutsch/bosnisch/österreichisch Kultur-Grenzgänger, das Stück inszeniert, mit großer Geste und einem hohen Grad an Abstraktion, wie es dem Stoff zukommt. […] Charismatische Besetzungen vor allem für die Großeltern-Generation: Beatrice Frey (Kimhi) gibt sich exaltiert-versponnen, Gerhard Balluch (Etgar) steht für weise Zurückhaltung […]“ (drehpunktkultur.at, Reinhard Kriechbaum, 07.02.2020)

„[Es] folgen fulminante, hoch emotionale Bilder und Szenen nach der Pause. […] Frieder Langenberger als Eitan und Gerhard Balluch als sein Großvater bestechen mit ihren schauspielerischen Leistungen. Die Emotionalität der Jugend trifft dabei gekonnt und plausibel auf die Abgeklärtheit des Alters.“ (european-cultural-news.com, Michaela Preiner, 07.02.2020)

„Getragen wird der tiefgehende Abend von einer optimalen Besetzung der Figuren. Frieder Langenberger (Eitan) und Katrija Lehmann (Wahida) liefern höchst emotionale Protagonisten […] Auch Anna Szandtner […] und Nico Link […] geben dem Abend Stärke und Eindringlichkeit. […] Großartig ist an diesem Abend das Zusammenspiel zwischen Text und Musik.“ (kultrefgraz.wordpress.com, Teresa Guggenberger, 02.02.2020)

„Und doch gelingen [Sandy Lopičić] dabei fantastische, dichte Momente, führt er seine Schauspieler zu fesselnder Intensität und Intimität. Exzellentes Schauspielertheater, hinreißend angeführt von Katrija Lehmann und Frieder Langenberger als Wahida und Eitan, souverän komplimentiert von Susanne Konstanze Weber und Mathias Lodd als Norah und David, pointiert abgerundet von Beatrice Frey und Gerhard Balluch als Leah und Etgar sowie von Anna Szandtner, Haydar Wahab und Nico Link in ergänzenden Rollen. Darüber hinaus geht ein besonderer Zauber in dieser Inszenierung von Vibeke Andersens Bühnenbild aus: ein übergroßes gläsernes Y-Chromosom […], zauberisch ausgeleuchtet von Viktor Fellegi. Ein bewegender Abend […].“ (kleinezeitung.at/Nachtkritik, Ute Baumhackl, 31.01.2020)

TERMINE
Fr, 31. Jän 19:30 - 22:20
PREMIERE
Di, 21. Apr 19:30 - 22:20
ORT & DAUER
HAUS EINS
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Dauer: ca. 2 Stunden 50 Minuten, eine Pause
PREMIERE
31. Jänner 2020, HAUS EINS
BESETZUNG
REGIE UND MUSIK
Sandy Lopičić
BÜHNE UND KOSTÜME
Vibeke Andersen
DRAMATURGIE
Karla Mäder
EITAN ZIMMERMANN
Frieder Langenberger
DAVID, SEIN VATER
Mathias Lodd
NORAH, SEINE MUTTER
Susanne Konstanze Weber
ETGAR, SEIN GROßVATER
Gerhard Balluch
LEAH KIMHI, SEINE GROßMUTTER
Beatrice Frey
AL-HASAN AL WAZZAN
Hayder Wahab
EDEN, EINE SOLDATIN
Anna Szandtner
ARZT, TV-ANSAGER, RABBINER
Nico Link
WIR EMPFEHLEN IHNEN
HAUS EINS

Macbeth ist einer der berühmtesten Könige der Dramengeschichte. Was treibt ihn auf seinem blutigen Pfad? Ist es Machtgier, die Ambitionen seiner Frau, die Prophezeiungen der drei Schicksalsschwestern? Es inszeniert Stephan Rottkamp, der mit „Der Sturm“ und „Maria Stuart“ bereits bildgewaltige Klassikerinterpretationen vorgelegt hat.

HAUS EINS

Ein weitgehend vergessenes Drama von Victor Hugo, das die Grundlage für Verdis berühmte Oper „Rigoletto“ bildete: Der Hofnarr des Königs von Frankreich tut sich durch seine witzig-bösen Kommentare hervor, sorgt sich aber gleichzeitig übervorsichtig um seine Tochter, die sich zu allem Überdruss in einen schönen jungen Mann verliebt. Für die Regie zeichnet Markus Bothe verantwortlich, der in Graz zuletzt mit der umjubelten Inszenierung von „Cyrano de Bergerac“ in den Kasematten einen Erfolg feierte.

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