Vor Sonnenaufgang

von Ewald Palmetshofer
nach Gerhart Hauptmann

Inhalt

Eigentlich hat Familie Krause allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken: Der Vater hat seinen florierenden Betrieb an den Schwiegersohn weitergegeben, die älteste Tochter erwartet ihr erstes Kind; zur nahenden Niederkunft ist sogar ihre jüngere Schwester zu Besuch aufs Land gekommen. Doch in den Stunden vor dem Sonnenaufgang kommen bange Fragen auf im Hause der Krauses: Was steht uns bevor? Kann unser Wohlstand halten? Werden unsere über Jahrhunderte ausgeprägten Werte weiterbestehen? Und können wir einander überhaupt noch verstehen, mit all unseren unterschiedlichen Erwartungen an die Zukunft und an das Zusammenleben als Familie, als Gesellschaft?

Nie waren die Menschen in Westeuropa produktiver, effizienter, gesünder und wohlhabender als heute. Wissenschaft und Forschung, aber auch die großen Player der globalisierten Wirtschaft suggerieren, dass dieser Entwicklung kaum Grenzen gesetzt sein werden. Doch trotz all dem macht sich Unbehagen breit, weil eine Selbstverständlichkeit zu verschwinden droht: Verständigung jenseits von politischer Übereinstimmung. Im Angesicht des Strukturwandels der Moderne brechen Gräben auf, organisiert sich die Gesellschaft in Freund und Feind, werden keine Gemeinsamkeiten mehr gesucht, sondern es wird polemisiert oder sich ganz aus dem Weg gegangen.

Hauptmanns Familiendrama von 1889 ist für den österreichischen Autor Ewald Palmetshofer, Preisträger des Retzhofer Dramapreises 2005 und inzwischen ein gefragter und viel gespielter Autor, eine ideale Vorlage für die Beschreibung der Gegenwart. Kunstvoll sprachlich verdichtet wirft Palmetshofer einen so berührenden wie verstörend klaren Blick auf den Zustand einer durch die eigene Entwicklung neurotisierten Gesellschaft und zeigt, welchen Druck die rasend schnelle Veränderung der Lebensrealität und das Gefühl eigener Unzulänglichkeit heute auf die sogenannte Mittelschicht ausüben.

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