Zugabe

Inhalt

In der Reihe „Zugabe“ beziehen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Philosophie, Wirtschaft und Politik Stellung zu Produktionen des Schauspielhaus-Spielplans. Die Zugaben vor Vorstellungsbeginn bieten Hintergrundwissen und Statements zu thematischen Schwerpunkten in den Inszenierungen des Hauses. Nach den Vorstellungen gibt es ein Publikumsgespräch mit den Expertinnen und Experten, den Künstlerinnen und Künstlern.
 
In Zusammenarbeit mit Akademie Graz
www.akademie-graz.at
 
Wandelbar: Geschlecht in historischer und biographischer Hinsicht“ Zugabe (Folge XIX) zu „Orlando“ mit Prof. Dr. Sabine Grenz am 17. März, 19.00 Uhr, Redoutensaal, Eintritt frei!

Der Fall Harvey Weinstein und #metoo haben eine breite öffentliche Debatte über Geschlechterrollen und den Umgang mit Differenz und Gleichstellung der Geschlechter hervorgerufen. Virginia Woolfs Roman „Orlando“, als ein Wegbereiter des modernen Feminismus gefeiert, spürt auf spielerische, fast übermütige Weise den genderspezifischen Hierarchien in der beruflichen wie in der privaten Sphäre nach, ohne dabei moralinsauer zu werden. Vor der Vorstellung von „Orlando“ am 17. März wird Prof. Dr. Sabine Grenz, Professorin für Gender Studies an der Universität Wien, eine kurze Bestandsaufnahme zur aktuellen Debatte um #metoo und Geschlechterrollen liefern. Grenz, die sich in ihren Forschungen schwerpunktmäßig mit den Themen Postsäkularität, Sexarbeit und historischen Perspektiven auf Geschlechterkonstruktionen beschäftigt, wird nach der Vorstellung zusammen mit dem „Orlando“-Ensemble und dem Publikum über das Gesehene diskutieren.   

 



IN DER SPIELZEIT 2015.2016
 
„Die Zeit des Rausches“, Zugabe (Folge XVIII) zu „Betrunkene“ mit Robert Feustel am 9. Juni um 18.30 Uhr, FOYER, 3. RANG

Robert Feustel ist Historiker und Politikwissenschaftler an der Universität Leipzig. In seinem Buch „Grenzgänge“ – dessen Titel zufälligerweise auch das Thema der diesjährigen Saison am Schauspielhaus ist – analysiert er die Kulturen des Rauschs seit der Renaissance. Der heutige Optimierungswahn hat die ursprüngliche Idee des Rausches als Freiraum verwischt und eine pharmakologische Anpassung mit sich gebracht: nicht mehr das Ausklinken, sondern das Besserwerden steht im Vordergrund. Seinen kritischen Stachel hat der Rausch längst eingebüßt.


„Auflehnung und Gehorsam“, Zugabe (Folge XVII) zu „Struwwelpeter“ mit Marianne Gronemeyer am 13. April um 18.30 Uhr, SALON, 1. RANG

Marianne Gronemeyer ist eine radikale Kritikerin von Konsumkultur, Innovationsfieber, Effizienzdruck und Versäumnisangst. Bekannt wurde die Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin mit Büchern wie „Das Leben als letzte Gelegenheit. Sicherheitsbedürfnisse und Zeitknappheit“ oder „Genug ist genug. Die Kunst des Aufhörens.“ Auch in der Bildungsdebatte steht für sie die Frage nach dem „guten Leben“ im Vordergrund. Zu selbstverständlich scheint es uns heute, dass die Bedürfnisse der Institutionen über jene der Menschen dominieren.


Zugabe spezial: Fragwürdige Sprache. Was Sprache kann und soll am 11. Jänner. 19.30 Uhr, HAUS DREI

Sprache ist eines der mächtigsten Mittel, das uns zur Verfügung steht. Im Guten wie im Schlechten, und nicht nur auf der Bühne. Denn Sprache schafft Realität. Sie dient der Herstellung und Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen und Machtverhältnisse, ist Träger von Information und kreatives Ausdrucksmittel, kann Visionen erzeugen, Sinn stiften, Verwirrung oder gar Schaden anrichten und vieles mehr. Wer eine Sprache beherrscht, kann sich ausdrücken, aber wer herrscht eigentlich über unsere Sprache? Wer setzt Begriffe in die Welt, die unser Bild von ihr determinieren? Über Magie und Macht der Sprache, ihr Missbrauchspotenzial und ihren Utopiegehalt diskutieren in dieser „Zugabe spezial“ der emeritierte Professor Uwe Pörksen aus Freiburg i.Br., der sich als Sprachkritiker und Beobachter politischer Rhetorik einen Namen gemacht hat, sowie die vielfach ausgezeichnete Autorin Marlene Streeruwitz, die über eine große Sensibilität für die als Selbstverständlichkeit in der Sprache getarnten hegemonialen Machtansprüche verfügt.

Moderation Stadträtin Lisa Rücker Begrüßung Univ.-Prof. Dr. Arne Ziegler

Diskussion Marlene Streeruwitz, Uwe Pörksen


„War Porn“, Zugabe (Folge XVI) zu „Cactus Land“ am 30. Oktober 2015, 18.30 Uhr, HAUS DREI

Der Kriegsfotograf Christoph Bangert versammelte in seinem Buch „War Porn“ grausame Kriegsbilder, die nie veröffentlicht wurden. Im Gespräch mit dem Dramaturgen Jan Stephan Schmieding spricht er über die vieldiskutierte Grenze zwischen differenzierter Auseinandersetzung und voyeuristischer Vermarktung sowie über die Frage, ob sich eine solche Grenze überhaupt festmachen lässt.

Eine Veranstaltung von Akademie Graz und Karl-Franzens-Universität Graz mit dem Schauspielhaus Graz im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Startblock – 100 Tage Schauspielhaus & Friends“

ORT & DAUER
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Hofgasse 11, A - 8010 Graz
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