Volker Hesse

Volker Hesse, geboren 1944, ist der Sohn des Opernregisseurs Rudolf Hesse. Er wuchs in Deutschland und der Schweiz auf, studierte in Köln und Wien Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie und promovierte 1972 zum Dr. phil. Nach Schauspielunterricht bei Will Quadflieg assistierte er Regisseuren wie Leopold Lindtberg und Hans Hollmann. Erste Inszenierungen erfolgten am Wiener Cafétheater, an der Rampe in Bern und mit der freien Gruppe Die Claque in Baden bei Zürich. Mitte der 1970er Jahre inszenierte Hesse u. a. am Stadttheater Bern, dem Stadttheater Trier und den Münchner Kammerspielen.
1979 wurde er Mitglied des Leitungsteams des Düsseldorfer Schauspielhauses und inszenierte dort unter anderem Grasers „Witwenverbrennung“ (1980), Lessings „Nathan der Weise“ (1983) und Dorsts „Heinrich oder die Schmerzen der Fantasie“ (1985). Mit Arthur Schnitzlers „Professor Bernhardi“ wurde Hesse 1985 ans Berliner Theatertreffen eingeladen. Nach 1985 wirkte er erneut als freier Regisseur, so am Bayerischen Staatsschauspiel und am Berliner Maxim Gorki Theater. 1993 übernahm er gemeinsam mit Stephan Müller die Intendanz des Theaters am Neumarkt in Zürich, das er bis 1999 leitete. Hesses Uraufführungen „In Sekten“ (1995) und „Top Dogs“ (1997) wurden ans Berliner Theatertreffen eingeladen. 2001 wurde er Intendant des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin, das er bis 2006 leitete. Um die Jahrtausendwende begann er sich in der Schweiz mit Landschaftstheater und großen Freilichtaufführungen zu beschäftigen. Er inszenierte 2000 und 2007 das „Einsiedler Welttheater“, 2008 und 2012 leitete er die Tellspiele in Altdorf. Einen vorläufigen Höhepunkt in dieser Reihe bildet seine Inszenierung zur Eröffnung des Gotthard-Basis-Tunnels im Juni 2016 mit über 500 Mitwirkenden vor Tausenden von Zuschauerinnen und Zuschauern. Neben der großflächigen und effektvollen Arbeit mit Laien interessiert ihn nach wie vor die politische Wirksamkeit von Theatertexten und deren Inszenierung im institutionalisierten Theater: Zuletzt arbeitete Volker Hesse am Düsseldorfer Schauspielhaus (Bertolt Brechts „Arturo Ui“) und am Konzert Theater Bern (Uraufführung von Philipp Löhles „Wir sind keine Barbaren!“, das als Auftragswerk für das Konzert Theater Bern entstand sowie eine Fassung von Homers „Ilias“ in der Übertragung von Raoul Schrott). 2010 wurde Volker Hesse mit dem Hans Reinhart-Ring ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für seine vielseitigen Inszenierungen und seine Leistungen als Theaterleiter.


Spielzeit 2017.2018:
„Das Alte Testament“, Projekt von Volker Hesse

Spielzeit 2016.2017:
„Geächtet“ von Ayad Akhtar, Regie: Volker Hesse